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Infineon AG

WKN: 623100 / ISIN: DE0006231004

Infineon kaufen


29.04.02 09:19
Consors Capital

Der Analyst Gero Breuer, zuständig für Analysen im Bereich Technologie (Semiconductor), stuft die Aktien der Infineon Technologies AG (WKN 623100) auf "kaufen" ein. Den fairen Wert sehe er bei 30,50 Euro je Anteilsschein.

Das Unternehmen sei in den Bereichen diskrete Bauelemente, integrierte Schaltungen (ICs), Speicherbausteine sowie Logistikbausteine tätig.

Der Markt für Halbleiter, in dem sich Infineon bewege, sei einer der dynamischsten Bereiche der Weltwirtschaft. Die zunehmende Vordringung der Mikro-Elektronik mache Halbleiter zu einem zentralen Vorprodukt in nahezu allen Bereichen des verarbeitenden Gewerbes und lasse die Erträge der Halbleiterunternehmen seismographisch auf Entwicklungen der Konjunktur reagieren. Bis Ende März sollten die Lagerbestände auf unter 1,8 Mrd. US-Dollar geschrumpft sein. Grundsätzlich berücksichtigt werden solle zudem, dass aufgrund der immer noch rasanten technologischen Entwicklung viele Halbleiter schnell veralten und nach wenigen Monaten nicht mehr nachgefragt würden. Die Lagerbestände von Halbleiterherstellern würden somit denen von Lebensmittelherstellern gleichen. Was nicht unmittelbar verkauft werde, könne im Prinzip nach einigen Monaten weggeworfen werden. Wenn überhaupt Gewinne aus dem Verkauf abgeschriebener Chips realisiert werden könnten, dann dürfe dies in der ersten Jahreshälfte geschehen.

Es sei daher wahrscheinlich, dass die Auftragslage zumindest auf Sicht von drei bis sechs Monaten günstig sei und eine höhere Auslastung der Fabriken mit sich bringen werde. Folge dem Wiederauffüllen der Lager der OEMs jedoch keine Belebung der Endnachfrage, so drohe die Gefahr einer sich wieder eintrübenden Konjunktur.

Für die Erholung des Chipmarktes würden die erwartete Konjunkturerholung in den USA und Europa, die Ankurbelung der PC-Nachfrage durch Windows XP, die deutliche Erhöhung des Speicherbedarfs pro PC durch Windows XP, die Ankurbelung der Nachfrage nach Halbleitern durch Einführung von UMTS aber Herbst 2002 sowie die Rüstungsaufträge sprechen.

Allerdings, so weise man bei Consors Capital darauf hin, liege die Aktionärsstruktur wie ein Damoklesschwert über die Kursentwicklung bei Infineon. Aktuell seien rund 693 Millionen Stammaktien im Umlauf. 45,5 Prozent der Aktien würden sich im Streubesitz befinden. Mit 41,3 Prozent sei die Siemens AG zwar der größte Aktionär, habe jedoch seinen Stimmrechtsanteil auf unter 20 Prozent reduziert, um der Konsolidierungspflicht zu entgehen. Das Ziel einer Reduktion der Stimmrechte auf unter 50 Prozent sei somit erreicht. Zusammen mit dem Pensionsfonds von Siemens kontrolliere man 36 Prozent der Stimmrechte.

Die Gefahr von Kursverlusten infolge von Blocktransaktionen sei jedoch vorhanden und stelle einen signifikanten Risikofaktor dar. Positiv an Aktienverkäufen von Siemens sei jedoch die dadurch steigende Gewichtung in vielen Indizes infolge des dann höheren Streubesitzes. Im Juni 2002 werde für die Festlegung des Gewichts im DAX-Index (Deutscher Aktienindex) auf das Streubesitzkriterium umgestellt.

Im laufenden dritten und in den folgenden Geschäftsquartalen rechne man bei Consors Capital mit einer langsamen, aber stetigen Erholung des Halbleitermarktes. Insbesondere die zu erwartende langsame Erholung der Konjunktur solle die mengenmäßige Nachfrage stabilisieren. Nach wie vor würden jedoch aufgrund des Preisdrucks nur geringe Umsatzzuwächse zu verzeichnen sein. Man gehe daher davon aus, dass die EBIT-Marge sukzessive steigen und eine kontinuierliche Verbesserung der Quartals-EPS im Laufe des Jahres zu beobachten sein werde.

Für das Jahr 2002 prognostiziere man einen Umsatz von 5,5 Mrd. Euro. Das entspreche einem Rückgang gegenüber 2001 von 2,6 Prozent. In 2003 und in 2004 rechne man bei Consors Capital jedoch mit einem deutlichen Anstieg der Umsätze auf 6,8 bzw. 8,5 Mrd. Euro. Insbesondere zu erwartende Umsätze durch UMTS sollten ab 2004 zu dieser Verbesserung beitragen. Insgesamt erwarte man einen Verlust/Gewinn je Aktie in 2002 und 2003 von minus 0,58 bzw. von plus 1,47 Euro.

Als Stärken von Infineon nenne man bei Consors Capital das Markenimage aufgrund hoher Produktqualität, die Positionierung als Systemlieferant in wichtigen Bereichen der Chipanwendung, die gefestigte Marktstellung in Europa sowie die hohe Produktivität dank Beherrschung der 300 mm-Technologie. Schwächen seien dagegen der Commodity-Charakter vieler Produkte und die starke Abhängigkeit der Erträge vom DRAM-Bereich sowie die Abhängigkeit von Siemens.

Bei Consors Capital wird der Infineon-Aktie bei einen fairen Wert von 30,50 Euro ein "kaufen"-Rating verliehen. Anleger könnten mit dem DAX-Titel vom nächsten Halbleiter-Zyklus profitieren.





 
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