Infineon Finger weg
21.06.01 14:02
fnet.de Research
Die Analysten von fnet.de Research raten die Aktien von Infineon (WKN 623100) zu meiden.
Die Kursentwicklung der Papiere aus der Halbleiterbranche sei wahrlich nichts für schwache Nerven. In kaum einem anderen Industriezweig würden sich derart spektakuläre Kursausschläge beobachten lassen. Vor diesem Hintergrund sei es völlig unverantwortlich gewesen, Infineon zum Börsengang vor etwas mehr als einem Jahr als "Volksaktie" anzupreisen. Die aktuelle Kursentwicklung der Siemens-Tochter habe die Befürchtungen der Experten leider bestätigt. Kaufen sollte man die Hersteller von Speicherchips daher in der Regel erst dann, wenn die Kapazitäten wieder deutlich zurückgefahren würden.
Nach dem Rekordjahr 2000 hätten die Chipschmieden die Erwartungen für das laufende Jahr allesamt deutlich gesenkt. Gleichzeitig habe Branchenriese Intel kürzlich überraschend seine (allerdings zuvor gesenkte) Umsatzprognose für das zweite Quartal von rund 6,5 Milliarden US-Dollar bestätigt. Die Branche scheine einer Bodenbildung entgegenzugehen. Man könne davon ausgehen, dass der Sektor spätestens zum ersten Halbjahr 2002 wieder freundlichere Zeiten sehen werde.
Einem Infineon-Aktionär nütze diese Erkenntnis in der gegenwärtigen Situation freilich herzlich wenig. Die sinkende Nachfrage nach Speicherchips und die allgemeine Schwäche im Technologie-Sektor hätten den Kurs des Papiers während der vergangenen zwölf Monate gehörig unter Druck gebracht. Von ihrem Höchstkurs bei mehr als 92 Euro habe die Aktie bis zuletzt mehr als 60 Prozent eingebüßt. Der Konzern habe angekündigt, man erwarte im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen Verlust vor Steuern und Zinsen von bis zu 600 Millionen Euro. Die Gründe seien weiter sinkende Preise für Speicherchips sowie die schwache Nachfrage nach PCs und Handys.
Den Anlegern habe in den vergangenen Wochen der Appetit auf Infineon-Aktien allerdings noch aus einem anderen Grund vergehen können. Die Informationspolitik von Konzernchef Ulrich Schumacher habe fatal an Zustände erinnert, wie man sie zuletzt am Neuen Markt habe beobachten können. Noch Ende April habe Schumacher verkündet, man erwarte im Jahresvergleich ein starkes Umsatzwachstum und eine positive Entwicklung der EBIT-Margen in den Geschäftsbereichen drahtgebundene Kommunikation, Sicherheits- & Chipkarten sowie in der Automobilelektronik. Im Vertrauen auf die salbungsvollen Worte hätten viele Investoren offenbar geglaubt, die positiven Aussichten in diesen Geschäftsbereichen würden die Verluste im Speichergeschäft glatt bügeln.
Ein derartiger Effekt sei jedoch von vornherein nicht zu erwarten gewesen. Während Speicherchips knapp 50 Prozent zum Umsatz des DAX-Unternehmens beisteuern würden, liege der Anteil am Gewinn bei fast 80 Prozent. Erst Ende Mai habe Schumacher eingeräumt, das dritte Quartal könne nun doch defizitär ausfallen. An der Zielvorgabe eines zweistelligen Umsatzplus für das Gesamtjahr habe der Konzernchef jedoch weiterhin festgehalten. Heute stehe fest, dass die Umsätze des laufenden Geschäftsjahres um bis zu 30 Prozent einbrechen würden. Das Vertrauen der Anleger dürfte demnach erheblich gelitten haben. Im vergangenen Geschäftsjahr 1999/2000 (30. September) habe Infineon den Umsatz um 72 Prozent auf 7,28 Milliarden Euro gesteigert. Der Jahresüberschuss sei um 61 Millionen Euro auf 1,13 Milliarden Euro geklettert. Zuletzt habe das Unternehmen rund 32 000 Mitarbeiter beschäftigt.
Mit einem KGV für 2002 von etwa 40 sei das Papier wahrlich immer noch kein Schnäppchen. Zudem würden die Papiere zum vierfachen Buchwert gehandelt. Auch ein KUV von etwa drei und ein Kurs-Cash-Flow-Verhältnis von mehr als zehn würden belegen, dass die Talfahrt zumindest unter fundamentalen Gesichtspunkten durchaus noch weitergehen könnte. Immerhin sei die Gesellschaft weitgehend schuldenfrei. Sehr bedenklich stimme allerdings der Blick auf den Chart. Nach der Schreckensnachricht sei das Papier schnurstracks durch die wichtige Unterstützung bei 34 Euro gerauscht. Der Trendfolger MACD habe bereits Anfang Mai zu Kursen von rund 48 Euro ein deutliches Verkaufssignal geliefert. Auch von dieser Seite sei in der nächsten Zeit keine Unterstützung zu erwarten. Im Gegenteil, im Prinzip sei der Weg nach unten jetzt frei.
Angesichts der nach wie vor recht stattlichen Bewertung und der bedrohlichen charttechnischen Lage sollten Anleger nach Meinung der Börsenkenner von fnet.de Research die Finger von dem Papier lassen.
Die Kursentwicklung der Papiere aus der Halbleiterbranche sei wahrlich nichts für schwache Nerven. In kaum einem anderen Industriezweig würden sich derart spektakuläre Kursausschläge beobachten lassen. Vor diesem Hintergrund sei es völlig unverantwortlich gewesen, Infineon zum Börsengang vor etwas mehr als einem Jahr als "Volksaktie" anzupreisen. Die aktuelle Kursentwicklung der Siemens-Tochter habe die Befürchtungen der Experten leider bestätigt. Kaufen sollte man die Hersteller von Speicherchips daher in der Regel erst dann, wenn die Kapazitäten wieder deutlich zurückgefahren würden.
Nach dem Rekordjahr 2000 hätten die Chipschmieden die Erwartungen für das laufende Jahr allesamt deutlich gesenkt. Gleichzeitig habe Branchenriese Intel kürzlich überraschend seine (allerdings zuvor gesenkte) Umsatzprognose für das zweite Quartal von rund 6,5 Milliarden US-Dollar bestätigt. Die Branche scheine einer Bodenbildung entgegenzugehen. Man könne davon ausgehen, dass der Sektor spätestens zum ersten Halbjahr 2002 wieder freundlichere Zeiten sehen werde.
Den Anlegern habe in den vergangenen Wochen der Appetit auf Infineon-Aktien allerdings noch aus einem anderen Grund vergehen können. Die Informationspolitik von Konzernchef Ulrich Schumacher habe fatal an Zustände erinnert, wie man sie zuletzt am Neuen Markt habe beobachten können. Noch Ende April habe Schumacher verkündet, man erwarte im Jahresvergleich ein starkes Umsatzwachstum und eine positive Entwicklung der EBIT-Margen in den Geschäftsbereichen drahtgebundene Kommunikation, Sicherheits- & Chipkarten sowie in der Automobilelektronik. Im Vertrauen auf die salbungsvollen Worte hätten viele Investoren offenbar geglaubt, die positiven Aussichten in diesen Geschäftsbereichen würden die Verluste im Speichergeschäft glatt bügeln.
Ein derartiger Effekt sei jedoch von vornherein nicht zu erwarten gewesen. Während Speicherchips knapp 50 Prozent zum Umsatz des DAX-Unternehmens beisteuern würden, liege der Anteil am Gewinn bei fast 80 Prozent. Erst Ende Mai habe Schumacher eingeräumt, das dritte Quartal könne nun doch defizitär ausfallen. An der Zielvorgabe eines zweistelligen Umsatzplus für das Gesamtjahr habe der Konzernchef jedoch weiterhin festgehalten. Heute stehe fest, dass die Umsätze des laufenden Geschäftsjahres um bis zu 30 Prozent einbrechen würden. Das Vertrauen der Anleger dürfte demnach erheblich gelitten haben. Im vergangenen Geschäftsjahr 1999/2000 (30. September) habe Infineon den Umsatz um 72 Prozent auf 7,28 Milliarden Euro gesteigert. Der Jahresüberschuss sei um 61 Millionen Euro auf 1,13 Milliarden Euro geklettert. Zuletzt habe das Unternehmen rund 32 000 Mitarbeiter beschäftigt.
Mit einem KGV für 2002 von etwa 40 sei das Papier wahrlich immer noch kein Schnäppchen. Zudem würden die Papiere zum vierfachen Buchwert gehandelt. Auch ein KUV von etwa drei und ein Kurs-Cash-Flow-Verhältnis von mehr als zehn würden belegen, dass die Talfahrt zumindest unter fundamentalen Gesichtspunkten durchaus noch weitergehen könnte. Immerhin sei die Gesellschaft weitgehend schuldenfrei. Sehr bedenklich stimme allerdings der Blick auf den Chart. Nach der Schreckensnachricht sei das Papier schnurstracks durch die wichtige Unterstützung bei 34 Euro gerauscht. Der Trendfolger MACD habe bereits Anfang Mai zu Kursen von rund 48 Euro ein deutliches Verkaufssignal geliefert. Auch von dieser Seite sei in der nächsten Zeit keine Unterstützung zu erwarten. Im Gegenteil, im Prinzip sei der Weg nach unten jetzt frei.
Angesichts der nach wie vor recht stattlichen Bewertung und der bedrohlichen charttechnischen Lage sollten Anleger nach Meinung der Börsenkenner von fnet.de Research die Finger von dem Papier lassen.
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