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So, 19. April 2026, 0:04 Uhr

Inditex zeichnen


10.05.01 00:00
IPO-Magazin

Die Analysten von „IPO-Magazin“ empfehlen die Aktie Inditex (WKN noch nicht bekannt) zu zeichnen, bzw. sich nach der Eurphorie der ersten Handelstage sich ein paar Stücke ins Depot zu legen.

Am 23. Mai finde die Erstnotiz der renommierten Textilgruppe Inditex an der Madrider Börse statt. Ursprünglich sei das Unternehmen Hersteller für Damenunterwäsche gewesen und habe sich dann in den neunziger Jahren zu einem Global Player auf dem Modemarkt entwickelt. Mittlerweile verfüge Inditex über 1.080 Shops in 33 Ländern. Die Gruppe bestehe aus fast 100 Unternehmen, die die komplette Wertschöpfungskette vom Textildesign über Produktion bis hin zum Vertrieb abdecke. Zara- Pull & Bear, Massimo Dutti, Bershka und Stradivarius seien die Markennamen des Konzerns.

Die Gruppe könne mit der vertikal differenzierten Geschäftsstruktur die einzelnen Marktsegmente durch den Einsatz ihrer fünf Brands gezielt bearbeiten und das Produktangebot der jeweiligen Zielgruppe in Bezug auf Alter, Lifesyle und Modebewusstsein optimal anpassen. Da das Unternehmen in der Lage sei vom Design bis zur Produktion alle Prozesse der Wertschöpfungskette „Inhouse“ abzuwickeln, habe man die Möglichkeit, binnen vier bis fünf Wochen eine komplette Kollektion ab Design in die Läden zu bringen. Diese Flexibilität, auf Modetrends zeitnah zu reagieren, verschaffe dem Konzern einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz (z. B. Hennes & Mauritz, The Gap).

Inditex verzichte auf wesentliche Teile der Werbung und Reklame, im Gegensatz zur Konkurrenz. Bemerkenswert hierbei sei, dass man sich diesen Kostenvorteil nicht durch ein geringeres Umsatzwachstum erkaufen müsse.

In den vergangenen drei Jahren habe der Konzern den Umsatz kontinuierlich um durchschnittlich 27% jährlich von 1,6 Mrd. Euro in 1998 auf 2,6 Mrd. Euro in 2000 steigern können. Eine ähnliche Steigerung habe man beim EBIT erreicht, das im gleichen Zeitraum von 242 Mio. Euro auf 380 Mio. Euro um durchschnittlich 25% pro Jahr gestiegen sei. Dies entspreche attraktiven EBIT-Margen von rund 15%. Man erwarte für dieses Jahr Umsatzerlöse von 3,2 Mrd. Euro, die in 2002 auf 3,8 Mrd. Euro gesteigert werden sollten. Dann dürfte das EBIT in 2001 bei rund 460 Mio. Euro und 2002 bei ca. 570 Mio. Euro liegen.

Analysten würden den Börsenwert des Unternehmens bei 10 Mrd. Euro festlegen, was bei einer Aktienanzahl von ca. 623 Mio. Stück einem Preis pro Aktie von 16 Euro entsprechen würde. Mit der Bookbuildingspanne, die bei 14,90 Euro liege, gestehe man dem spanischen Unternehmen eine Bewertung mit dem 2,4-fachen des Umsatzes und dem 16-fachen des EBIT für 2002 zu. Somit liege man zwar in etwa auf dem Niveau der am besten vergleichbaren Konkurrenten Gap und H&M. Die Experten würden den Preis jedoch, aufgrund der vergleichsweise hohen Wachstumsraten und der Ausnahmestellung, die man Inditex gegenüber den Vergleichsunternehmen zugestehen müsse, für fair halten. Im Graumarkt sei man immerhin schon bereit 15,50 Euro zu zahlen.

Aus finanzieller Sicht sei der Börsengang eigentlich nicht notwendig. Der Modekonzern habe eine solide Bilanz und weise einen geringen Verschuldungsgrad auf. Der Cash Flow von über 400 Mio. Euro in 2000 spreche für sich. Der Grund für den Börsengang sei die Tatsache, dass die Erben des 65-jährigen Firmengründers Armancio Ortega Gaona nicht bereit seien, den Konzern weiterzuführen. Daher reduziere der Inditex-Chef seinen Aktienanteil von aktuellen 80% auf rund 60%.

Die Analysten würden in Inidtex ein aussichtsreiches Unternehmen sehen, während die Entwicklung bei The Gap und H&M eher enttäuschend gewesen sei. Inditex weise eine hohe Effizienz, ein geringes Risiko, konstante Wachstumsraten und eine sehr hohe Flexibilität auf.

Daher empfehlen die Aktienexperten von „IPO-Magazin“ Anlegern, die die Möglichkeit haben – in Deutschland sei die Zeichnung nicht möglich – Inditex zu zeichnen. Ansonsten solle man sich nach der Euphorie der ersten Handelstage ein paar Stücke der Modeperle ins Depot legen.