Gigabell vor dem Aus
02.11.00 00:00
Trading Division
Am Tage der Sonnenfinsternis, am 11.08.1999 sei Gigabell (WKN 625170) an den Neuen Markt gegangen, medienwirksam inszeniert mit dem Slogan um 11.45 Uhr verschwinde die Sonne und erscheint kurz vor 12.00 Uhr rechtzeitig zum ersten Kurs der Gigabell wieder, so die Analysten von Trading Division. Nun ja, irgendwie tragisch, aber für Gigabell scheint die Sonne untergegangen zu sein.
Gigabell biete ein umfangreiches Programm von Internet- und Kommunikationsdienstleistungen an. Dazu gehörten Internetzugang für Privat- und Geschäftskunden, Netzwerklösungen, Content- und E-Commerceunterstützung. Außerdem sei das Unternehmen im Bereich der klassischen Telekomunikation, der Telefonie, tätig. Gigabell verfüge über Töchterunternehmen in England und in Spanien.
Das Unternehmen habe im Jahre 1999 einen Umsatz von 15,73 Mio. Euro erzielt. Dies sei ein Zuwachs von knapp 65% gegenüber dem Vorjahr. Hingegen seien die Umsatzkosten um fast 100% auf 12,21 Mio. Euro angestiegen, die Marketingkosten hätten sich dabei auf 8,03 Mio. Euro vervierfacht. Bei mehr als verdoppelten Verwaltungsaufwendungen und Abschreibungen sei der Betriebsverlust von 0,82 Mio. Euro in 1998 auf 10,02 Mio. Euro in 1999 angestiegen, was einer mehr als Verzehnfachung entspreche.
Vom 3. bis zum 6. August 1999 seien die Gigabell-Aktien in einer Bookbuildungspanne von 38 bis 42 Euro zur Zeichnung angeboten worden. Die Zuteilung sei zu 38 Euro erfolgt, der erste Kurs habe schließlich bei 33 Euro gelegen. Damit hätten sich knapp 20% des Grundkapitals in Streubesitz befunden. Der Aktie sei anfangs vom Markt wenig beachtet worden, jedoch Anfang des Jahres habe auch Gigabell im Umfeld des guten Börsenklimas für Internet- und Technologiewerte kräftig zu steigen begonnen. Im März sei für eine Gigabell-Aktie gar der unglaubliche Preis von 133 Euro bezahlt worden. Im Zuge des Abschwungs sei die Aktie wieder leicht zurückgekommen. Den ersten kräftigen Einbruch habe Gigabell zwischen Mai und Juni erfahren, nachdem das Unternehmen im Zusammenhang mit den kursierenden Todeslisten genannt worden sei und als erstes zahlungsunfähig Unternehmen überhaupt am Neuen Markt gegolten habe.
Damals habe sich Hauptaktionär Rudolf Zawrel, der auch oft unter seinem Künstlernamen Daniel David auftrete und zum damaligen Zeitpunkt noch Vorstand von Gigabell gewesen sei, darauf hinaus, dass zwar eine gewissen angespannte Situation im Unternehmen herrsche, diese aber bestimmt nicht als bedrohlich zu werten sei, da bereits Verhandlungen in fortgeschrittenen Stadium mit einer angelsächsische Investorengruppe liefen. Herr Zawrel habe damit Costingham Ltd. gemeint, welche angeblich Interesse am Einstieg bei Gigabell gehabt habe. Nachdem aber diese Investoren ihrer Leistung, zu der sie nach Aussage des Vorstandes wegen der bereits unterzeichneten Verträge verpflichtet seien, nicht nachgekommen seien, habe Gigabell am 15.09.2000 die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim zuständigen Amtsgericht beantragen müssen.
Neben der nicht erfolgten Vertragserfüllung seien auch andere Gründe für die Insolvenz herangeführt worden. Zum einen wäre der wegen einer Vielzahl an internen und externen Faktoren unbefriedigende Geschäftsverlauf im Jahre 2000 zu nennen. Viele für das erste Halbjahr geplante Erlöse hätten nicht realisiert werden können, wohingegen trotz der hohen Leerkapazitäten Fixkosten für die Bereitstellung von Netzen und Leitungen angefallen seien.
Nach einer genauen Betrachtung des Unternehmens könne an dieser Stelle nur ausdrücklich von einem Engagement in Gigabell abgeraten werden. Das Risiko einen Verlust, wenn nicht sogar einen Totalverlust zu erleiden, sei zu groß. Ein schneller Trader, der seine Stopp-Strategie bedingungslos beachte, könnte mit Gigabell dagegen einiges an Gewinnen einfahren. Dieser sollte jedoch Nerven wie Drahtseile haben und über ein Bankkonto verfügen, dass auch einen möglichen Totalverlust verkraften könne.
Die Analysten von Trading Division würden daher empfehlen: gehen Sie lieber in ein Casino, denn da stimme wenigstens noch das Drumherum.
Gigabell biete ein umfangreiches Programm von Internet- und Kommunikationsdienstleistungen an. Dazu gehörten Internetzugang für Privat- und Geschäftskunden, Netzwerklösungen, Content- und E-Commerceunterstützung. Außerdem sei das Unternehmen im Bereich der klassischen Telekomunikation, der Telefonie, tätig. Gigabell verfüge über Töchterunternehmen in England und in Spanien.
Das Unternehmen habe im Jahre 1999 einen Umsatz von 15,73 Mio. Euro erzielt. Dies sei ein Zuwachs von knapp 65% gegenüber dem Vorjahr. Hingegen seien die Umsatzkosten um fast 100% auf 12,21 Mio. Euro angestiegen, die Marketingkosten hätten sich dabei auf 8,03 Mio. Euro vervierfacht. Bei mehr als verdoppelten Verwaltungsaufwendungen und Abschreibungen sei der Betriebsverlust von 0,82 Mio. Euro in 1998 auf 10,02 Mio. Euro in 1999 angestiegen, was einer mehr als Verzehnfachung entspreche.
Damals habe sich Hauptaktionär Rudolf Zawrel, der auch oft unter seinem Künstlernamen Daniel David auftrete und zum damaligen Zeitpunkt noch Vorstand von Gigabell gewesen sei, darauf hinaus, dass zwar eine gewissen angespannte Situation im Unternehmen herrsche, diese aber bestimmt nicht als bedrohlich zu werten sei, da bereits Verhandlungen in fortgeschrittenen Stadium mit einer angelsächsische Investorengruppe liefen. Herr Zawrel habe damit Costingham Ltd. gemeint, welche angeblich Interesse am Einstieg bei Gigabell gehabt habe. Nachdem aber diese Investoren ihrer Leistung, zu der sie nach Aussage des Vorstandes wegen der bereits unterzeichneten Verträge verpflichtet seien, nicht nachgekommen seien, habe Gigabell am 15.09.2000 die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beim zuständigen Amtsgericht beantragen müssen.
Neben der nicht erfolgten Vertragserfüllung seien auch andere Gründe für die Insolvenz herangeführt worden. Zum einen wäre der wegen einer Vielzahl an internen und externen Faktoren unbefriedigende Geschäftsverlauf im Jahre 2000 zu nennen. Viele für das erste Halbjahr geplante Erlöse hätten nicht realisiert werden können, wohingegen trotz der hohen Leerkapazitäten Fixkosten für die Bereitstellung von Netzen und Leitungen angefallen seien.
Nach einer genauen Betrachtung des Unternehmens könne an dieser Stelle nur ausdrücklich von einem Engagement in Gigabell abgeraten werden. Das Risiko einen Verlust, wenn nicht sogar einen Totalverlust zu erleiden, sei zu groß. Ein schneller Trader, der seine Stopp-Strategie bedingungslos beachte, könnte mit Gigabell dagegen einiges an Gewinnen einfahren. Dieser sollte jedoch Nerven wie Drahtseile haben und über ein Bankkonto verfügen, dass auch einen möglichen Totalverlust verkraften könne.
Die Analysten von Trading Division würden daher empfehlen: gehen Sie lieber in ein Casino, denn da stimme wenigstens noch das Drumherum.
