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Mo, 30. Januar 2023, 7:08 Uhr

GBP bleibt weiter unter Druck


11.06.08 10:45
ABN AMRO

Amsterdam (aktiencheck.de AG) - Mitte April war der Wechselkurs EUR/GBP auf ein Rekordniveau von 0,8100 GBP gestiegen, so die Analysten der ABN AMRO.

Danach habe es eine Seitwärtsbewegung gegeben. Der Grund dafür seien vor allem die sich verschlechternden Konjunkturdaten aus der Eurozone gewesen. Dadurch habe sich der Aufwertungsdruck auf den Euro verringert. Doch die britische Wirtschaft gerate in immer schwierigeres Fahrwasser. Die Probleme seien dabei ähnliche wie in den USA: Am Immobilienmarkt platze die Preisblase und das belaste den Bausektor, die Finanzbranche und den Privaten Konsum.

Die zuletzt veröffentlichten Konjunkturdaten von der Insel seien beunruhigend gewesen. Der von Nationwide berechnete Hauspreisindex sei im Mai um 2,5 Prozent gegenüber dem Vormonat gefallen. Das sei der stärkste Rückgang seit Berechnung des Index im Jahr 1991 gewesen. Überhaupt seien viele Indikatoren so schwach wie während der letzten Rezession im Jahr 1991. Die Bank of England habe jedoch kaum Spielraum, durch Zinssenkungen die Konjunktur anzukurbeln. Die Inflationsrate sei im April auf 3,0 Prozent gestiegen; das sei das obere Ende des Zielkorridors der Notenbank. Die Produzentenpreise hätten sich im April sogar um 7,5 Prozent erhöht, was der höchste Wert seit 1985 sei. Die Bank of England habe daher auf ihrer Sitzung am Donnerstag den Leitzins nicht geändert. Allerdings stehe angesichts der sich weiter abschwächenden Konjunktur eine Zinssenkung im weiteren Jahresverlauf in den Karten.

Die OECD gehe sogar soweit, ihren Mitgliedern Großbritannien und Kanada angesichts der prekären Konjunkturlage weitere Zinssenkungen in Höhe von 75 Basispunkten anzuraten. Dadurch werde sich die Zinsdifferenz zwischen dem Pfund und dem Euro weiter verringern. Zumal EZB-Chef Trichet am vergangenen Donnerstag eine weitere Zinserhöhung bei der nächsten Notenbanksitzung in Aussicht gestellt habe. EUR/GBP sei dadurch nicht nur kurzfristig nach oben getrieben worden, auch mittelfristig dürfte der Wechselkurs unter Aufwärtsdruck bleiben. (11.06.2008/ac/a/m)



 
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