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Fr, 17. April 2026, 22:06 Uhr

Euro-Renten stabil


26.03.04 11:12
WGZ-Bank

Die europäischen Rentenmärkte präsentierten sich gestern in einer robusten Verfassung, so die Analysten der WGZ-Bank.

Trotz der spürbaren Erholung an den Aktienmärkten und einem leicht schwächer tendierenden US-Bondmarkt hätten Euro-Staatsanleihen ihre Kursgewinne am Donnerstag noch etwas ausbauen können. Der für das lange Marktende repräsentative Bund-Future habe mit einem Plus von 17 Ticks geschlossen. An den Rentenmärkten dürften die jüngsten Aussagen von EZB-Vertretern, die aufgrund der zögerlichen Konjunkturerholung in Euroland die Möglichkeit weiterer Zinssenkungen angedeutet hätten, noch nachgewirkt haben. Dass der Markt mittlerweile fast sicher mit einem Zinsschritt rechne, zeige sich auch am 3-Monatssatz, der gestern unter den Reposatz von 2% gefallen sei. Die 3-Monats-Futures hätten ebenfalls weiter angezogen und würden für Juni einen Satz von 1,84% einpreisen.

Die Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung in den USA seien in der vergangenen Woche mit 339.000 nahezu unverändert zur Vorwoche geblieben. Damit setze sich der Abwärtstrend der letzten Monate weiter leicht fort. Der Datenkalender sei heute gut gefüllt. Die wichtigste Zahl dürfte dabei der ifo-Geschäftsklimaindex sein. Man erwarte für März entgegen der Consensus-Prognose einen unveränderten Index. Zwar dürften die Geschäftserwartungen nach Maßgabe der bereits veröffentlichten ZEW-Konjunkturerwartungen im laufenden Monat erneut leicht zurückgegangen sein.

Die Beurteilung der aktuellen Situation sollte sich jedoch weiter verbessert haben und damit den Gesamtindex auf Vormonatsniveau halten. Das Geldmengenwachstum in Euroland dürfte sich im Februar weiter verlangsamt haben, liege aber mit rd. 6% noch klar über dem Referenzwert. Die Konsumausgaben in den USA dürften auch im Februar robust zugelegt haben. Die persönlichen Einkommen sollten ebenfalls gestiegen sein. Das Wachstum bleibe aber hinter dem der Konsumausgaben zurück. Die Konsumbereitschaft werde derzeit noch von den Steuersenkungen gestützt, die sich in dem kräftigen Anstieg der verfügbaren Einkommen widerspiegeln würden. Der endgültige Wert des Verbrauchervertrauens der Uni Michigan für März sollte das vorläufige Ergebnis bestätigen.

Die Rentenmärkte in Euroland hätten heute mit leichten Kursverlusten eröffnet. Im Tagesverlauf könnten Anleihen aufgrund der anstehenden Konjunkturdaten etwas deutlicher Druck geraten. Insbesondere der ifo-Index dürfte, wenn er nicht so stark falle wie erwartet, für eine moderate Korrektur der bereits eingepreisten Zinssenkungserwartungen sorgen, was wiederum belastend für die Rentenmärkte wäre.