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Fr, 17. April 2026, 18:02 Uhr

Euro-Renten belastet


14.04.04 09:32
WGZ-Bank

Nachdem die europäischen Rentenmärkte schon schwächer in den Handel gestartet waren, kamen sie mit Veröffentlichung der US-Einzelhandelsumsätze, die deutlich besser als erwartet ausfielen, noch weiter unter Druck, so die Analysten der WGZ-Bank.

Der Bund-Future habe im Tagesverlauf 68 Ticks verloren, die zehnjährige Rendite sei entsprechend auf 4,14% gestiegen. Am US-Bondmarkt hätten die Renditen ebenfalls weiter deutlich angezogen. Angesichts der dynamischen Konsumnachfrage werde inzwischen über eine Zinserhöhung der US-Notenbank zum Ende des Sommers spekuliert. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sei mit 4,35% wieder auf das Niveau zu Jahresbeginn geklettert. Der US-Dollar habe von Zinserhöhungsspekulationen profitieren können und zum Euro weiter spürbar zugelegt. Erstmals seit Dezember letzten Jahres koste ein Euro wieder weniger als 1,20 US-Dollar.

Die Industrieproduktion in Italien habe sich im Februar mit einem unveränderten Output etwas besser entwickeln können als prognostiziert. Nach Maßgabe der verfügbaren Länderdaten dürfte die Produktion in Euroland im Februar weitgehend stagniert haben. Das Plus bei den Einzelhandelsumsätzen in den USA habe die Erwartungen klar übertroffen. Gegenüber dem nach oben revidierten Februarwert sei der Absatz im März um 1,8% gestiegen. Im ersten Quartal diesen Jahres hätten die Einzelhandelsumsätze damit annualisiert um 9,4% zugelegt. Die Privaten Haushalte würden ihre Einkommensteuererstattungen schneller in die Geschäfte zu tragen scheinen als erwartet.

Heute stünden nur in den USA mit den Verbraucherpreisen wichtige Wirtschaftsdaten an. Die Preise sollten auch im März moderat zulegt haben, wobei die Jahresrate bedingt durch Basiseffekte noch leicht zurückgegangen sein dürfte. In den nächsten Monaten sei aber wieder mit einer anziehenden Inflationsrate zu rechnen. In diese Richtung weise auch die um Energie und Nahrungsmittel bereinigte Kernrate, die mittlerweile einen Boden gefunden habe.

Heute ende der Tender für die Aufstockung der laufenden Bundesschatzanweisung (Laufzeit 2 Jahre). Die Bundesfinanzagentur plane ein Volumen von 7 Mrd. Euro. Europäische Staatsanleihen hätten heute etwas leichter eröffnet und damit die Kursverluste im späten US-Handel nachvollzogen. Sollten heute Nachmittag die Preiszahlen aus den USA eine Beschleunigung des Preisanstiegs signalisieren, dürften die Rentenmärkte angesichts ihrer spürbar eingetrübten Verfassung mit weiteren Kursverlusten reagieren.





 
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