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So, 19. September 2021, 1:24 Uhr

Dt. Aktien sonnige Aussichten für 2006


18.01.06 09:30
Dr. Lux & Präuner Research

Deutschland ist für die meisten ausländischen Investoren in 2006 Anlageland Nummer 1 in Europa, teilweise sogar weltweit, so die Analysten von Dr. Lux & Präuner Research.

Hauptgrund für die allgemeine Zuneigung zu deutschen Aktien sei die nach wie vor attraktive Bewertung. Zudem würden ausländische Investoren die hohe Eigenkapitalrendite der Unternehmen sowie allgemein die verbesserten Corporate-Governance-Regeln in Deutschland loben. In der Gesamtrechnung von vier Kategorien - dem Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV), dem aktuellen und dem historischen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der vergangenen fünf Jahre und der Ertrags-Rendite-Spanne stehe der deutsche Aktienmarkt an erster Stelle weltweit.

Internationale Investoren würden in diesem Jahr auch verstärkt auf die politischen Reformen im Land achten. Auch hier könne Deutschland neben Frankreich punkten - ganz im Gegenteil zu den Niederlanden und zu Spanien. Das Interesse an deutschen Aktien sei im Ausland schon im letzten Jahr nach den Hartz-IV-Reformen und der vorgezogenen Bundestagswahl sprunghaft gestiegen. Nach deren Ankündigung seien rund 70 Mrd. EUR frisches Geld an den heimischen Aktienmarkt geflossen. Dieser Trend werde - wenn auch in abgeschwächter Form - im neuen Jahr vermutlich anhalten. Einer der wesentlichen Treiber dürften dabei die großen amerikanischen Banken sein. Nach Berechnungen des US Treasury International Capital Systems seien die US-Aktienkäufe in Europa in 2005 noch einmal deutlich gestiegen und lägen mittlerweile über dem langfristigen Durchschnittswert.

Entscheidend bleibe für viele Investoren, in welchem Verhältnis Risiko und Rendite in einem Land korrelieren würden. Deutschland und Großbritannien böten dabei das beste Chancen-Risiko-Profil in Europa. Speziell für Deutschland spreche, dass die Risikoprämie im Moment weiter sinke und Impulse aus weiteren Reformen zu erwarten seien. Die Favoritenrolle werde so eher ausgebaut als geschwächt. Es könnte also ein eher erfreuliches Aktienjahr werden.

Ein kleines Damoklesschwert bleibe die geplante Mehrwertsteuererhöhung ab 2007. Sie könnte vor allem die Konsumnachfrage ab der zweiten Jahreshälfte belasten und die Stimmung der Verbraucher verschlechtern. Außerdem habe das Jahr 2007 fünf arbeitsfreie Tage mehr als 2005 - statistisch werde man dies in gebremsten Wachstumsprognosen bereits 2006 spüren.