Deutsche Bank eine Halteposition
12.10.07 09:16
Finanzwoche
München (aktiencheck.de AG) - Für die Experten der "Finanzwoche" ist die Aktie von Deutsche Bank eine Halteposition.
Es ergebe sich ein etwas differenziertes Bild, wenn man sich die jüngsten Vorab-Veröffentlichungen des Zahlenwerkes für das 3. Quartal genauer ansehe. Es sei zwar richtig, dass in diesem Zeitraum nach Steuern mit einem erwarteten Gewinn von ca. 1,4 Mrd. Euro voraussichtlich sogar ein besseres Resultat als im Vorjahresquartal (1,236 Mrd. Euro) verzeichnet werde. Jedoch sei diese Nachsteuer-Zahl durch Steuererträge (Unternehmenssteuerreform, Beilegung von Steuerverfahren sowie Steuerforderungen aus 2007 und 2008) verzerrt. Werde das Vorsteuer-Ergebnis für das 3. Quartal von 1,2 Mrd. Euro durch das Ergebnis im Bereich Corporate Investment in Höhe von 600 Mio. Euro (Gewinne aus Grundstücksverkauf in New York sowie aus Veräußerungen anderer Vermögenswerte) bereinigt, so sei der sich hieraus ergebende bereinigte Vorsteuer-Gewinn von ca. 600 Mio. Euro fast zwei Drittel niedriger als das bereinigte Vorsteuer-Ergebnis des 3. Quartals 2006 von 1,603 Mrd. Euro.
Die zukünftigen Rahmenbedingungen seien entscheidend für das weitere Chance/Risiko-Verhältnis des Titels. Quintessenz einer dreitätigen internen Strategiesitzung sei gewesen, dass sich der Langfrist-Trend zur Disintermediation weiter fortsetze. Dies bedeute vereinfacht gesagt, eine abnehmende Bedeutung des klassischen bilanzwirksamen Aktiv/Passiv-Geschäfts (also Kreditvergabe auf der Basis von Kundeneinlagen) zugunsten einer verstärkten bilanzunwirksamen Zusammenführung von Angebot und Nachfrage an den Kapitalmärkten inklusive Maklerfunktion für die Banken. Kritiker der jüngsten Finanzkrise würden jedoch erwarten, dass Schuldenexzessen auf die Dauer nur durch verstärkte Kontrollmechanismen beizukommen sei.
Im Klartext heiße dies, wieder mehr bilanzwirksame Eigenkapitalunterlegte Verschuldung und weniger unkontrollierbare, an den Kapitalmärkten hoch gehebelte bilanzunwirksame Fremdfinanzierung. Ein solcher Trend sei dem Geschäftsmodell der Deutschen Bank sicherlich nicht sehr zuträglich, selbst wenn er nur vorübergehender Natur wäre.
Darüber hinaus sei es auch möglich, dass nach den starken Finanzinjektionen seitens der Notenbanken auf lange Sicht verstärkt inflationäre Trends Einzug halten würden, was die Bondmärkte neben den bereits jetzt niedrigen Realzinsen zusätzlich belasten könnte. Die Deutsche Bank wäre in einem solchen Umfeld als bondlastiges Haus (rentenabhängige Einnahmen im weitesten Sinne mit zuletzt ca. 37%) zumindest schlechter ausgerichtet als andere Konkurrenten (siehe z.B. UBS mit nur 10% rentenabhängigen Einnahmen).
Zwar rechtfertigen die fundamentalen Bewertungskennziffern in geringem Umfang Haltepositionen in der Deutschen Bank-Aktie, fundamentale Kaufargumente lassen sich jedoch im Hinblick auf die unklaren Zukunftskonturen an den Finanz- bzw. Kredit- und Rentenmärkten schwerlich ableiten, so die Experten der "Finanzwoche". (Ausgabe 40 vom 10.10.2007)
(12.10.2007/ac/a/d)
Es ergebe sich ein etwas differenziertes Bild, wenn man sich die jüngsten Vorab-Veröffentlichungen des Zahlenwerkes für das 3. Quartal genauer ansehe. Es sei zwar richtig, dass in diesem Zeitraum nach Steuern mit einem erwarteten Gewinn von ca. 1,4 Mrd. Euro voraussichtlich sogar ein besseres Resultat als im Vorjahresquartal (1,236 Mrd. Euro) verzeichnet werde. Jedoch sei diese Nachsteuer-Zahl durch Steuererträge (Unternehmenssteuerreform, Beilegung von Steuerverfahren sowie Steuerforderungen aus 2007 und 2008) verzerrt. Werde das Vorsteuer-Ergebnis für das 3. Quartal von 1,2 Mrd. Euro durch das Ergebnis im Bereich Corporate Investment in Höhe von 600 Mio. Euro (Gewinne aus Grundstücksverkauf in New York sowie aus Veräußerungen anderer Vermögenswerte) bereinigt, so sei der sich hieraus ergebende bereinigte Vorsteuer-Gewinn von ca. 600 Mio. Euro fast zwei Drittel niedriger als das bereinigte Vorsteuer-Ergebnis des 3. Quartals 2006 von 1,603 Mrd. Euro.
Im Klartext heiße dies, wieder mehr bilanzwirksame Eigenkapitalunterlegte Verschuldung und weniger unkontrollierbare, an den Kapitalmärkten hoch gehebelte bilanzunwirksame Fremdfinanzierung. Ein solcher Trend sei dem Geschäftsmodell der Deutschen Bank sicherlich nicht sehr zuträglich, selbst wenn er nur vorübergehender Natur wäre.
Darüber hinaus sei es auch möglich, dass nach den starken Finanzinjektionen seitens der Notenbanken auf lange Sicht verstärkt inflationäre Trends Einzug halten würden, was die Bondmärkte neben den bereits jetzt niedrigen Realzinsen zusätzlich belasten könnte. Die Deutsche Bank wäre in einem solchen Umfeld als bondlastiges Haus (rentenabhängige Einnahmen im weitesten Sinne mit zuletzt ca. 37%) zumindest schlechter ausgerichtet als andere Konkurrenten (siehe z.B. UBS mit nur 10% rentenabhängigen Einnahmen).
Zwar rechtfertigen die fundamentalen Bewertungskennziffern in geringem Umfang Haltepositionen in der Deutschen Bank-Aktie, fundamentale Kaufargumente lassen sich jedoch im Hinblick auf die unklaren Zukunftskonturen an den Finanz- bzw. Kredit- und Rentenmärkten schwerlich ableiten, so die Experten der "Finanzwoche". (Ausgabe 40 vom 10.10.2007)
(12.10.2007/ac/a/d)
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