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Fr, 17. April 2026, 16:52 Uhr

DCI Database for Commerce and Industry AG

WKN: A11QU1 / ISIN: DE000A11QU11

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13.03.00 00:00
Stisweekly

Mit DCI betrete (WKN 529530) am heutigen Montag die erste deutsche B2B-Handelsplattform das Börsenparkett.

Bereits 1993, als das Internet noch weitgehend unbekannt gewesen wäre, geschweige denn Schlagwörter wie E-Commerce oder gar Business-to-Business, hätte Michael Mohr die Database für Commerce and Industry oder kurz DCI gegründet . Entstanden wäre die Idee aus einem Roboterprojekt heraus, bei dem Michael Mohr erkannt hätte, welche Schwierigkeiten und Ineffizienzen bei der Beschaffung der Bauteile und den Preisvergleichen aufgetreten wären.

Spezialisiert auf EDV- und neuerdings Telekommunikationsprodukte sei DCI derzeit mit einem Plattformumsatz von knapp 400 Mio. DM im vergangenen Jahr die mit Abstand größte B2B Handelsplattform in Deutschland und bräuchte selbst den Vergleich mit großen amerikanischen Konkurrenten wie VerticalNet oder Freemarkets nicht zu scheuen. Der Umsatz würde derzeit im wesentlichen aus zwei Quellen stammen: Mitgliedsbeiträge und Werbeerlöse aus den von DCI an seine Kunden herausgegebenen Zeitschriften. Zusätzlich wolle man nun für Value-Added-Services eine Transaktionsprovision erheben. Herkömmliche Transaktionen über die Plattform würden derzeit jedoch noch nicht mit einer Provision belegt werden. Dies möge auf den ersten Blick zwar etwas verwundern, auf den zweiten Blick schiene es jedoch nicht allzu problematisch. Das wesentliche Asset von DCI sei nämlich das Umsatzvolumen über die Plattform. Dass man derzeit hierauf noch keine großen Gebühren erhebe, müsse nicht heißen, dass dies in Zukunft für immer so bleiben werde. Momentan stünde nämlich im Vordergrund, neue Kunden zu gewinnen, die Marktführerschaft im EDV-Sektor auszubauen und neue vertikale Marktplätze in den Bereichen Telekommunikation, Elektronik, Büromöbel und Werbemittel zu etablieren. Außerdem stünde die europäische Expansion auf dem Plan. Eine allzu forsche Gebührenpolitik würde eine breite Akzeptanz der Marktplätze sicherlich behindern. Langfristig würde es von Kunden jedoch akzeptiert werden, dass eine Gebühr genommen werde, die unter dem Nutzen liege, den sie aus der Plattform ziehen. Dieser Nutzen sei proportional zum Umsatzvolumen über die Plattform. Daher spiele es letztendlich auch keine Rolle, ob die künftigen Umsätze aus Transaktionsprovisionen stammen würden oder aus jährlichen Mitgliedsgebühren, die von Zeit zu Zeit an das gestiegene Transaktionsvolumen angepasst werden könnten. Wichtig sei nur, dass die Gebühren, die DCI für sich verbuche, im angemessenen Verhältnis zum Kundennutzen stehen.

Im Gegensatz zum gängigen Auktionsverfahren bei privaten Auktionen, bei dem sich die Käufer gegenseitig überbieten, und das höchste Gebot den Zuschlag erhalte, verwende DCI im Web-Trade-Center ein Ausschreibungsverfahren, welches den Bedürfnissen der Business-Kundschaft deutlich besser angepasst sei. Stellten Sie sich einmal vor, Sie seien Einkäufer in einem Unternehmen und wüssten, dass in zwei Wochen fünf neue Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen anfangen. Sie müssten also fünf Computer, fünf Telefone, fünf Schreibtische, fünf Schränke und fünf mal die benötigte Software kaufen. Was würden Sie machen, wenn bei eBay oder Ricardo momentan nicht das Benötigte oder nicht in der benötigten Stückzahl angeboten würde? Dann würden eben drei Mitarbeiter mit Windows 98, einer mit einem Apple Macintosh und ein weiterer mit Windows NT arbeiten - der EDV-Leiter würde sich freuen! Was würden machen Sie, wenn Ihnen jemand kurz vor Ende der Auktion den Schreibtisch durch ein höheres Gebot vor der Nase wegschnappt? Sie sehen schon: Herkömmliche Auktionen seien für Unternehmen völlig ungeeignet. Zum einen könne der Einkäufer nicht ständig vor der Auktion sitzen und um den Preis feilschen, zum anderen dürfe nicht das unvollkommene Angebot des Marktplatzes die Kaufentscheidungen behindern. Zu guter Letzt müsse man sich auf die Lieferung der benötigten Waren verlassen können. Das Ausschreibungsverfahren von DCI siehe daher vor, dass der Einkäufer seinen Bedarf auf der Plattform bekannt gebe, und die Anbieter der entsprechenden Waren anschließend ihre Angebote abgeben. Der Einkäufer erhalte diese bequem per E-Mail und kann sich dann für ein Angebot entscheiden. Dieses Angebot müsse nicht notwendigerweise das billigste sein, da evtl. noch andere Argumente kaufentscheidend seien, wie zum Beispiel die angebotene Qualität und der Service oder die räumliche Nähe des Anbieters.
DCI verfüge auf seiner Plattform über bekannte Anbieter: Im EDV-Bereich seien dies Firmen wie Compaq, Peacock, Actebis, Computer 2000 oder Softline, bei der Telekommunikation hätte man die Dt. Telekom als Lieferanten und im Büromöbelbereich das große Münchner Bürohaus Schulz gewinnen können. Mit diesen Partnern halten die Analysten der Stis-weekly es für wahrscheinlich, dass DCI in den neuen vertikalen Märkten Fuß fassen könne. Für eine rasche Durchdringung der neuen vertikalen Märkte spreche zudem die Bedürfnisse der bereits bestehenden breiten Kundenbasis. Wie bereits oben beschrieben, würden die Kunden nicht nur EDV Hard- und Software benötigen, sondern ebenso Telefone und Möbel.

Wie bereits erwähnt, gebe DCI eine Reihe von Zeitschriften an seine Kunden heraus, wodurch eine gewisse Parallele zum Geschäftsmodell von Verticalnet gegeben sei. In den vergangenen Jahren hätte DCI diesen Content-Bereich konsequent ausgebaut und in letzter Zeit einige weitere Zeitschriften seinem Portfolio hinzugefügt. Die dahinter stehende Vision sei es, den Kunden nicht nur einen Marktplatz anzubieten, sondern ihn auch mit den Informationen zu versorgen, um eine fundierte Kaufentscheidung treffen zu können.

Im Auftrag von Actebis hätte DCI den DCI Trade-Manager, eine Katalogsoftware, die die verfügbaren Produkte und Funktionalitäten des Trade-Centers auch offline zur Verfügung stelle, entwickelt. Eine Anbindung an das Warenwirtschaftssystem sei dadurch möglich, was weitere Effizienzgewinne ermögliche. Der Trade-Manager würde inzwischen in 6 Sprachen übersetzt werden.

Neben den oben bereits genannten Partnern verfüge DCI mit ricardo.de, eBay.de und der Deutschen Bank über weitere kräftige Partner. Ricardo.de und eBay.de würden im wesentlichen mit EDV- und Telekommunikationsangeboten beliefert, um deren B2B-Plattformen in Gang zu setzen. Mit der Deutschen Bank wolle DCI bei Finanzdienstleistungen und elektronischem Zahlungsverkehr auf europäischer Ebene kooperieren.

Den Umsatz von 8,26 Mio. DM im letzten Jahr wolle DCI in diesem und im nächsten Jahr jeweils etwa verdreifachen. Diese Ausweitung beruhe auf der Ausdehnung nach Europa, auf die Gewinnung neuer Kunden und den Eintritt in weitere vertikale Märkte. Eine Erhöhung der Mitgliedsgebühren sei dabei nicht vorgesehen. Derzeit spielten die Einnahmen aus Mitgliedschaften noch eine untergeordnete Rolle: Mit gut einer Million DM im letzten Jahr würden sie nur etwa 12,5% der Umsätze ausmachen. Der Löwenanteil von 5,9 Mio. DM stamme aus Werbeeinnahmen. Stark wachsend seien auch die Einnahmen aus den Lizenzverkäufen des DCI Trade-Managers. DCI unterscheide vier Klassen von Mitgliedschaften: Member Economy, Member Business, Member Profi und Member VIP. Die Gebühren für die Mitgliedschaften würden jährlich 120 Euro für die Economy-, 200 Euro für die Business- und 395 Euro für die Profi-Mitgliedschaft betragen. VIP-Mitglieder würden monatlich eine Gebühr von 1500 Euro zahlen. An der absoluten Höhe der Beträge könnten Sie schon erkennen, dass hier möglicherweise noch Steigerungspotential vorhanden sei.

Das Umsatzvolumen hätte sich in den Jahren bisher eher gemächlich entwickelt, was zum einen auf die bisher noch schlechte Kapitalausstattung, zum anderen auf die fehlende Beteiligung an den Plattformumsätzen zurückzuführen sei. Die Umsätze über die Plattform hätten sich jedoch deutlich schneller erhöht. Interessant sei die Tatsache, dass DCI vor dem Jahr 1999 profitabel arbeitete, so dass bereits bewiesen sei, dass das Businessmodell funktioniere. Im vergangenen Jahr hätte man die Personaldecke deutlich ausgebaut und die Zahl der Mitarbeiter von 16 im Durchschnitt des Jahres 1998 auf 102 zum 31.12.1999 erhöht. Dieser starke Personalausbau wäre durch den Einstieg der Venture Capital Unternehmen 3i und CEA Capital Partners ermöglich worden. Dies schaffe die Basis für die in den nächsten Jahren geplanten hohen Wachstumsraten beim Umsatz.

Eine Bewertung gestalte sich vor allem vor dem Hintergrund schwierig, dass DCI noch nicht adäquat an den Plattformumsätzen beteiligt sei. Bei den aktuellen Graumarktkursen von 69 zu 75 Euro werde DCI mit etwa 600 Mio. Euro bewertet, was etwa dem 18-fachen Umsatz des Jahres 2001 entspreche. Im Vergleich zu anderen am Neuen Markt oder an der Nasdaq notierten Internetunternehmen sei dies durchaus im üblichen Rahmen. Für DCI spräche jedoch die Marktführerschaft, das visionäre Management, sowie die in der Vergangenheit bewiesene Profitabilität des Businessmodells. Zudem könne DCI deutlich profitabler werden als die meisten Internet-Unternehmen am Neuen Markt, denn die Rohertragsmarge dürfte langfristig sehr hoch liegen, da die Kosten für den Betrieb der Plattform gering seien. Aufgrund dieser Fakten halten die Experten DCI bei Kursen von unter 80 Euro noch für akzeptabel bewertet.

DCI biete eine interessante Story und hätte am Markt bereits ein gutes Standing erreicht, so dass die Erfolgswahrscheinlichkeit im Vergleich zu den B2B-Projekten der meisten Werte am Neuen Markt recht hoch sei. Negativ seien die noch sehr geringen Umsatzbeiträge aus Mitgliedschaften zu werten. Vor allem diese Entwicklung sollte man in den nächsten Monaten kritisch im Auge behalten, da sonst die angestrebten Umsatzsteigerungen womöglich nicht erreicht werden könne.

Der Anleger könne bei Kursen bis 80 Euro durchaus einsteigen. Auch wenn sich langfristig bei großen Unternehmen mySAP.com, Ariba und Commerce One durchsetzen dürften, geben die Analysten DCI gute Chancen bei kleinen und mittleren Unternehmen.





 
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