BP Mutter Natur ist der größte Krisenretter
19.08.10 13:59
Oldenburgische Landesbank
Oldenburg (aktiencheck.de AG) - Christoph Siebecke, Analyst der Oldenburgischen Landesbank stuft die Aktie von BP von "verkaufen" auf "halten" hoch.
Seit dem 20. April 2010 habe sich die Welt für BP dramatisch verändert. Es gebe jedoch gute Nachrichten. Seit dem 15. Juli 2010 laufe kein Öl mehr aus dem defekten Bohrloch heraus. Das Desaster habe also nach drei Monaten ein Ende gefunden. Jetzt beginne die Zeit der Aufräumarbeiten und auch hier würden viele Faktoren BP in die Karten spielen. Nach aktuellen Beobachtungen und Berechnungen einer von der US-Regierung eingesetzten Expertenkommission seien 75% des ausgeströmten Öls aufgefangen beziehungsweise verbrannt oder durch Bakterien zersetzt worden.
Den größten Anteil an der schnellen Auflösung des Öls liefere die Natur selbst. Aufgrund der warmen Temperaturen im Golf von Mexiko und der natürlichen Verschmutzung des Meeres durch ölführende Gesteinsschichten würden in diesem Gewässer besonders viele ölfressende Bakterien existieren. Nach Aussagen der Forscher hätten diese einen Großteil des ausgetretenen Öls bereits zersetzt. Das Meer reinige sich zu einem wesentlichen Teil von selbst. Nichtsdestotrotz sei ein erheblicher Teil der amerikanischen Küste durch das Öl verschmutzt worden, welcher nun aufwendig gereinigt werden müsse. Hier gelobe BP nun Besserung in der Kommunikation und hoffe so, den immensen Reputationsschaden zu minimieren.
Mit dem Austausch der Konzernspitze sei der erste Schritt getan. Mit Bob Dudley werde ab Oktober ein Amerikaner den britischen Ölmulti führen. Daneben habe BP der Bildung eines Krisen-Fonds zugestimmt, in den 20 Mrd. US-Dollar für Entschädigungsund Reinigungsaufwendungen eingezahlt würden. Wie hoch die Belastungen am Ende ausfallen würden sei bislang nicht prognostizierbar, aber BP habe vorsorglich 32,19 Mrd. US-Dollar im zweiten Quartal zurückgestellt.
Entsprechend hoch sei auch der Quartalsverlust mit 17,15 Mrd. US-Dollar ausgefallen. Das operative Geschäft laufe ungeachtet der Katastrophe sehr gut. Das operative Ergebnis sei um 17,5% auf 6,3 Mrd. US-Dollar zum Vorjahresquartal gestiegen. Der Umsatz sei um 34,6% auf 73,2 Mrd. US-Dollar gewachsen. Der Cash-flow falle trotz der enormen Belastung aus der gebildeten Rückstellung mit 469 Mio. US-Dollar positiv aus. Der Grund hierfür liege in der Veräußerung von Unternehmensanteilen von über 13 Mrd. US-Dollar und dem Verzicht auf die Dividendenzahlungen für 2010.
Es sehe wieder deutlich freundlicher aus für BP. Der zu erwartende Schaden werde wohl geringer ausfallen als ursprünglich gedacht. Das operative Geschäft laufe sehr gut und die Besetzung der Konzernspitze mit einem Amerikaner sollte helfen, die gänzlich zerstörte Reputation in den USA wieder aufzubessern. Jetzt gelte es hier anzusetzen und Vorreiter bei Sicherheitsstandards und Umweltauflagen zu werden. Auch der schnelle Vergleich mit anhängigen Schadenersatzklagen sei vor diesem Hintergrund zwingend. 103.900 Kläger seien in den vergangenen Monaten bereits ausbezahlt worden. Hier müssten die Briten dranbleiben, denn es drohe immer noch der Genehmigungsentzug bei künftigen Offshore-Bohrungen durch die amerikanische Administration.
Die Analysten der Oldenburgischen Landesbank stufen die BP-Aktie von "verkaufen" auf "halten" herauf. (Analyse vom 19.08.2010) (19.08.2010/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
Seit dem 20. April 2010 habe sich die Welt für BP dramatisch verändert. Es gebe jedoch gute Nachrichten. Seit dem 15. Juli 2010 laufe kein Öl mehr aus dem defekten Bohrloch heraus. Das Desaster habe also nach drei Monaten ein Ende gefunden. Jetzt beginne die Zeit der Aufräumarbeiten und auch hier würden viele Faktoren BP in die Karten spielen. Nach aktuellen Beobachtungen und Berechnungen einer von der US-Regierung eingesetzten Expertenkommission seien 75% des ausgeströmten Öls aufgefangen beziehungsweise verbrannt oder durch Bakterien zersetzt worden.
Den größten Anteil an der schnellen Auflösung des Öls liefere die Natur selbst. Aufgrund der warmen Temperaturen im Golf von Mexiko und der natürlichen Verschmutzung des Meeres durch ölführende Gesteinsschichten würden in diesem Gewässer besonders viele ölfressende Bakterien existieren. Nach Aussagen der Forscher hätten diese einen Großteil des ausgetretenen Öls bereits zersetzt. Das Meer reinige sich zu einem wesentlichen Teil von selbst. Nichtsdestotrotz sei ein erheblicher Teil der amerikanischen Küste durch das Öl verschmutzt worden, welcher nun aufwendig gereinigt werden müsse. Hier gelobe BP nun Besserung in der Kommunikation und hoffe so, den immensen Reputationsschaden zu minimieren.
Entsprechend hoch sei auch der Quartalsverlust mit 17,15 Mrd. US-Dollar ausgefallen. Das operative Geschäft laufe ungeachtet der Katastrophe sehr gut. Das operative Ergebnis sei um 17,5% auf 6,3 Mrd. US-Dollar zum Vorjahresquartal gestiegen. Der Umsatz sei um 34,6% auf 73,2 Mrd. US-Dollar gewachsen. Der Cash-flow falle trotz der enormen Belastung aus der gebildeten Rückstellung mit 469 Mio. US-Dollar positiv aus. Der Grund hierfür liege in der Veräußerung von Unternehmensanteilen von über 13 Mrd. US-Dollar und dem Verzicht auf die Dividendenzahlungen für 2010.
Es sehe wieder deutlich freundlicher aus für BP. Der zu erwartende Schaden werde wohl geringer ausfallen als ursprünglich gedacht. Das operative Geschäft laufe sehr gut und die Besetzung der Konzernspitze mit einem Amerikaner sollte helfen, die gänzlich zerstörte Reputation in den USA wieder aufzubessern. Jetzt gelte es hier anzusetzen und Vorreiter bei Sicherheitsstandards und Umweltauflagen zu werden. Auch der schnelle Vergleich mit anhängigen Schadenersatzklagen sei vor diesem Hintergrund zwingend. 103.900 Kläger seien in den vergangenen Monaten bereits ausbezahlt worden. Hier müssten die Briten dranbleiben, denn es drohe immer noch der Genehmigungsentzug bei künftigen Offshore-Bohrungen durch die amerikanische Administration.
Die Analysten der Oldenburgischen Landesbank stufen die BP-Aktie von "verkaufen" auf "halten" herauf. (Analyse vom 19.08.2010) (19.08.2010/ac/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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