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Fr, 17. April 2026, 7:33 Uhr

ARIBA, INC. - COMMON STOCK

WKN: 923835 / ISIN: US04033V1044

Ariba kaufen


01.02.00 00:00
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Nachdem die Analysten Commerce One bereits vor einigen Wochen präsentierten, wollen die Experten nun mit Ariba (WKN 923835) den zweiten Aspiranten auf die Marktführerschaft im B2B E-Commerce vorstellen und gezielt auf die Unterschiede zu Commerce One eingehen.

Im Gegensatz zu Commerce One, die eine äußerst starke Position bei B2B-Portalen zur Beschaffung von direkten Gütern habe, sei Ariba führend bei der Beschaffung von indirekten Gütern, wie Büromaterial oder Werkzeug. Diese Waren würden über die Ariba B2B-Plattform bestellt, an die eine Reihe von Zulieferern angeschlossen sei. Ariba erhalte, ebenso wie bei direkten Gütern, neben den üblichen Lizenz- und Servicegebühren eine Provision, die an das Transaktionsvolumen auf der Plattform geknüpft sei. Derzeit liege sie bei einem Dollar pro Transaktion. Im Gegensatz zur Beschaffung von direkten Gütern würden hier alle Bestellungen über dieselbe Plattform laufen. Bei Commerce One würden hingegen für große Kunden wie General Motors oder Royal Dutch/Shell eigene Handelsplätze eingerichtet, die dann von diesen Kunden betrieben würden, und die z. B. als Tochterunternehmen des Kunden später an die Börse gehen könnten. Bei der Beschaffung von indirekten Gütern mache dies weniger Sinn, da es sich um Gattungswaren handele.

Um jedoch im Beschaffungsmarkt für direkte Güter eine größere Rolle spielen zu können, werde Ariba sein Produkt weiterentwickeln müssen, denn die Lösung von Commerce One sei in vielerlei Hinsicht attraktiv: General Motors habe ein hohes Maß an Kontrolle über den Marktplatz und profitiere von den dort getätigten Umsätzen selbst. Dies sei insbesondere dann interessant, wenn noch eine große Anzahl an Zulieferern auf der Plattform vertreten seien. Die Tochter könne später an die Börse gehen, wodurch für General Motors Aktionäre ein enormer Value entstehen könne. Für Commerce One sei dies attraktiv, da die Kundenbindung steige und General Motors ein eigenes Interesse daran habe, dass die Plattform gut läuft.

Um ein ähnliches Modell implementieren zu können habe Ariba kürzlich den Spezialisten für B2B-Portalsoftware Tradex übernommen. Damit dürfte es auch Ariba in Kürze gelingen, ähnliche Handelsplattformen wie Commerce One zu schaffen. Dennoch müsse die Tradex Software erst auf die eigene Lösung angepasst und integriert werden, damit nicht zwei Plattformen entstehen. Erste Erfolg zeichne sich bereits ab: Bis zum zweiten Quartal wolle man für den US-Ölkonzern Chevron einen Handelsplatz namens Petrocosm einrichten. Damit würden Royal Dutch/Shell (Commerce One), Chevron (Ariba) und StatOil (SAP) über einen Marktplatz verfügen. Spannend bleibe, wie sich Exxon Mobil und BP Amoco entscheiden.

Ein technischer Vorteil von Commerce One sei, dass die Softwarelösung stärker auf Internettechniken aufbaue. Die Commerce One Software werde auf dem Intranet-Server der jeweiligen Firma installiert und ausschließlich per Webbrowser angesprochen. Ariba dagegen baue stärker auf eine clientseitige proprietäre Software. Das dürfte den Installations- und Wartungsaufwand gegenüber Commerce One erhöhen. Man bleibe auch als Kunde mit der Commerce One Lösung flexibler: Wollten etwa zwei Firmen fusionieren, wobei die eine Firma Commerce One Software benutze und die andere Firma noch keine Beschaffungslösung habe, so könnte die Firma ohne Beschaffungslösung sofort die Beschaffungslösung der anderen Firma mitbenutzen, da wohl auf jedem Client ein Webbrowser installiert sei. Schwieriger wäre dies, wenn Ariba-Software im Einsatz sei, denn dann müsste erst langwierig auf jedem Client die Software eingerichtet werden. Das Vorgehen von Ariba dürfte jedoch auch Vorteile aufweisen, da native Programme schneller arbeiten würden und möglicherweise leistungsfähiger seien. Gleichwohl erfordere es aber mehr Manpower, um neue Kunden mit der Software auszustatten. Daher sei es nicht abwegig anzunehmen, dass Commerce One etwas schneller im Markt voran komme.

Ariba habe insbesondere durch die Marktführerschaft bei der Beschaffung indirekter Güter eine beeindruckende Kundenliste aufzuweisen: Alcoa, Bristol Myers Squibb, Charles Schwab, Cisco, Andersen Consulting, FedEx, Hewlett Packard, Intel, Lucent, MCI Worldcom, Honda, Merck, Nestlé, Philips, Visa und viele andere bekannte Marken. Auch bei den Systemintegratoren habe man wichtige Partner gewinnen können: Andersen Consulting, CSC, Ernst & Young, EDS, PriceWaterhouseCoopers, Deloitte Consulting. Hier liege Ariba besser im Rennen als Commerce One. Auch bei der Zahl und Qualität der Lieferanten von indirekten Gütern sei Ariba führend: Airtouch, Barnes & Noble.com, Office Depot, Staples, usw.

Interessant sei die Betrachtung der unterschiedlichen Kundenstrukturen von Commerce One und Ariba. Während Commerce One zahlreiche Unternehmen aus der produzierenden Industrie zu seinen Kunden zähle, besitzt Ariba zahlreiche Kunden in informationsorientierten Branchen, wie Banken, High Tech und Telekommunikation. Warum dies so sei, liege auf der Hand: Bei der produzierenden Industrie ließen sich die größten Einspareffekte erzielen, wenn man den Einkauf von direkten Gütern optimiere. In informationsorientierten Branchen dagegen würden direkte Güter nur eine untergeordnete Rolle spielen, viel mehr könne man hier sparen durch einen effizienteren Einkauf von Büroartikeln. Beide Bereiche seien sehr interessant: Bei den direkten Gütern handele es sich meist um sehr große Einkaufsvolumina. Allein General Motors kaufe pro Jahr direkte Güter im Wert von etwa 87 Mrd. Dollar. Ähnliche Einkaufsvolumina ließen sich bei Aribas Kunden bei weitem nicht erzielen. Der Margendruck dürfte bei Ariba jedoch geringer ausfallen: Wenn General Motors z. B. einen langfristigen Liefervertrag für Motorblöcke ausschreibe im Volumen von - sagen wir - 3 Mrd. Dollar, so seien die Verwaltungskosten, die mit der Auftragserteilung verbunden seien, gemessen an den 3 Mrd. Dollar prozentual sehr gering. Daher dürfte es Commerce One nicht leicht fallen, eine prozentual hohe Provision abzurechnen. Bei Ariba dagegen handele es sich um sehr kleine Bestellvolumina. Eine Abteilung bestelle z. B. Papier im Wert von 50 oder 100 DM. Mit einem solchen Auftrag würden jedoch oftmals Verwaltungskosten von bis zu 200 DM einhergehen, so dass die Bestellung insgesamt 250 bis 300 DM kosten werde. Wenn es Ariba gelinge, die Verwaltungskosten von 200 DM auf 20 DM zu drücken, so dürfte es kein großes Problem sein, dafür eine prozentual recht hohe Marge zu nehmen. Selbst wenn Ariba bei einem Auftrag in dieser Größenordnung 30 DM berechnen würde, was gemessen an der Bestellmenge von 50 bis 100 DM enorm hoch wäre, wäre ein hoher Einspareffekt gegeben.

Hinzu komme, dass seit geraumer Zeit eine Veränderung in der Industrielandschaft zu beobachten sei. Angetrieben von der IT- und Internetbranche verliere das traditionelle produzierende Gewerbe stetig an Bedeutung, während Know-How intensive Firmen überdurchschnittliches Wachstum aufweisen würden. Kunden wie Bristol Myers, Charles Schwab, Cisco, Hewlett Packard, Intel, usw. würden durchweg Wachstumsraten im zweistelligen Prozentbereich aufweisen. Daher sei die Beschaffung von indirekten Gütern, obwohl sie ein geringeres Volumen als die Beschaffung von direkten Gütern ausmache, nicht minder interessant.

Ähnlich wie Commerce One besitze auch Ariba ein extrem vielversprechendes Management-Team: CEO Keith Krach sei zuvor COO bei Rasna, einem Hersteller von CAD Lösungen, gewesen. Davor sei er zehn Jahre in leitender Position bei General Motors beschäftigt gewesen. Er besitze einen Harvard MBA-Abschluß. Ähnliche Referenzen würden auch die anderen Führungspersonen aufweisen.

Die Bewertung von Firmen, die sich in derart jungen Industrien wie Ariba bewegen, gestalte sich äußerst problematisch. Fest stehe, dass Ariba in einem potentiell sehr großen Markt operiere, dessen Wachstum von wenigen technischen Hürden behindert werde und von hohen Einspareffekten bei den Kunden angetrieben werde. Insbesondere die hohen Effizienzvorteile, die der Einsatz der Ariba Software ermögliche, ließen darauf schließen, dass hier später viel Geld verdient werden könne. Der Markt sei geprägt von starken First Mover Vorteilen, da die Liquidität eines Marktplatzes ein wichtiges Entscheidungskriterium darstelle. Daher müsse es für Ariba oberstes Ziel sein, möglichst schnell möglichst viele Kunden zu gewinnen. Gewinne seien daher in nächster Zeit nicht zu erwarten. Dennoch könnte Ariba in einigen Jahren sehr profitabel arbeiten, da beim Betrieb von elektronischen Marktplätzen nur sehr geringe variable Kosten anfallen würden. Die Nachhaltigkeit der Umsätze und Gewinne sei aufgrund des transaktionsorientierten Abrechnungsmodells sehr hoch, was später eine Bewertungsprämie möglich machen werde.

Im abgelaufenen Quartal habe Ariba einen Umsatz von 23,5 Mio. Dollar erzielt wovon etwa 67 Prozent aus Lizenzeinnahmen stammten. Der operative Verlust habe bei 7,6 Mio. Dollar gelegen. Transaktionsprovisionen hätten derzeit noch keine große Rolle gespielt, dürften in einigen Jahren jedoch die Haupteinnahmequelle darstellen. Gegenüber dem Vorjahr sei Ariba damit im Umsatz um 240 Prozent gewachsen, gegenüber dem Vorquartal um 37 Prozent. Schreibe man ein Wachstum von 30 Prozent pro Quartal auf das gesamte Kalenderjahr 2000 fort, so könnte Ariba im laufenden Kalenderjahr auf 190 Mio. Dollar Umsatz kommen. Dem stehe eine Marktkapitalisierung von 13,5 Mrd. Dollar gegenüber, was zwar hoch sei, verglichen mit anderen Internetunternehmen jedoch nicht übertrieben erscheine, da Ariba First Mover sei und eine klare Perspektive für zukünftige Erträge aufweise.

Insgesamt könne man sagen: Ariba sei klarer Marktführer bei Beschaffungslösungen für indirekte Güter, Commerce One sei Marktführer bei der Beschaffung von direkten Gütern. Beide würden in den nächsten Monaten aggressiv in das Revier des jeweils anderen vordringen. Das Rennen sei derzeit noch völlig offen. Insbesondere sei nicht klar, ob direkte oder indirekte Güter der interessantere Markt sind. Daher sollte man als Anleger beiden Firmen eine Chance geben. Beide würden vom Boom des B2B E-Commerce profitieren. Erst wenn sich ein klarer Marktführer abzeichne, sollte man über eine Depotumschichtung nachdenken.

Im Auge behalten sollte man unbedingt Oracle und SAP, die ebenfalls sehr aggressiv in den Markt für B2B E-Commercelösungen vordringen und aufgrund ihrer breiten bestehenden Kundenbasis und ihrer schieren Größe Wettbewerbsvorteile besitzen würden.





 
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