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Sa, 24. Februar 2024, 4:58 Uhr

Apple

WKN: 865985 / ISIN: US0378331005

Apple kaufen oder verkaufen?


30.06.10 09:49
Geldanlage-Report

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "Geldanlage-Report" nehmen die Aktie von Apple unter die Lupe.

Die Apple-Begeisterung weite sich zur Manie aus. Kritische Marktbeobachter hätten mit Einführung des iPhone 4 ein Ende der Begeisterungsstürme erwartet. Aber weit gefehlt! Das Gegenteil sei der Fall.

Trotz des gigantischen Erfolgs würden Marktforscher mehr als nur ein Haar in der Suppe finden. Denn im Windschatten des Apple-Erfolgs sichere sich ein anderer Techgigant immer mehr Marktanteile bei Smartphones: Google.

Eins vorweg: Die Experten würden Apple aus Momentum-Gesichtspunkten immer noch für ein interessantes Investment halten. Der Markterfolg des neuen iPads sei gigantisch. Marktforscher und Analysten würden kaum nach mit der Anhebung der Schätzungen für die Verkaufszahlen kommen. Inzwischen liege der Konsens bei rund zehn Millionen verkauften Geräten alleine in 2010. Ursprünglich hätten die Prognosen nur etwas mehr als halb so hoch gelegen.

Ein Déjà-vu-Erlebnis gebe es beim iPhone 4. Lange Schlangen in den Läden, Lieferschwierigkeiten etc. Piper Jaffray-Analyst Gene Munster rechne mit 1 bis 1,5 Millionen verkauften iPhones an den ersten drei Tagen nach Verkaufsstart in der vergangenen Woche. Noch interessanter als die reinen Verkaufszahlen sei aber ein anderer Fakt:

Bei einer Umfrage unter 608 iPhone 4-Käufern in San Francisco, Minneapolis und New York hätten nicht weniger als 77 Prozent der Käufer angegeben, bereits im Besitz einer früheren iPhone-Version gewesen zu sein. Das sei ein sensationeller Wert und zeige die enorme Kundentreue und -zufriedenheit. Zum Vergleich 2009 habe dieser Wert noch bei 55 Prozent und 2008 nur bei 38 Prozent gelegen.

Weitere beeindruckende Zahlen: 54 Prozent hätten diesmal das höhermargige 32 GB-Speicher-Modell gekauft. 2009 seien es nur 43 Prozent gewesen.

Ebenfalls kaum zu glauben: 28 Prozent der Käufer seien auch bereits im Besitz eines iPads. Und von den restlichen 72 Prozent würden nicht weniger als 39 Prozent planen, innerhalb der nächsten zwölf Monate ein iPad zu erwerben. Das seien gigantisch hohe Zahlen, die in der Branche einmalig seien.

Kein Wunder, dass die Aktie bei diesem News-Flow trotz schwachem US-Aktienmarkt kaum von den Jahreshochs zurückweiche (aktuell 3,6 Prozent darunter), während beispielsweise die NASDAQ knapp 13 Prozent von den Höchstständen entfernt sei. Diese hohe relative Stärke sei charttechnisch gesehen, bullisch zu werten.

Auch die Gewinnmultiplen für 2010 und 2011 würden mit 20 bzw. 17 angesichts des rasanten Wachstums nicht auf eine Überbewertung der Aktie hindeuten. Allerdings dürfte sich das Wachstum in den kommenden fünf Jahren alleine schon aufgrund der erreichten Größe deutlich verlangsamen. Die PEG-Ratio, die das KGV ins Verhältnis zum prozentualen Wachstum setze, weise aktuell einen Wert von 1,23 aus. Alles über eins bedeutet in dieser Arithmetik: zu teuer!

Aussagekräftiger als das stark schwankende KGV sei häufig das KUV, das die Marktkapitalisierung eines Unternehmens ins Verhältnis zu den Umsätzen setze. Auf Basis der zurückliegenden zwölf Monate ergebe sich hier ein Wert von 4,79, was für einen Computer- bzw. Handyhersteller enorm hoch sei. Klar: Apple erziele extrem hohe Gewinnmargen, weil die "Anhänger" bereit seien "emotionale Preise" für die Produkte zu bezahlen. Die Frage sei, wie lange Apple diese Margen halten könne.

Zumal sich bereits ernsthafte Konkurrenz in Form des Google-Betriebssystems Android formiere. Die Marktforscher von NPD hätten herausgefunden, dass im ersten Quartal 2010 28 Prozent aller verkauften Geräte Android-Smartphones gewesen seien, während das iPhone "nur" auf 21 Prozent Marktanteil gekommen sei. Marktführer sei übrigens immer noch der BlackBerry von RIM mit 36 Prozent, allerdings mit absteigender Tendenz.

Natürlich hinke der Vergleich zwischen dem iPhone und Android, weil es die Verkaufszahlen eines Modells mit einer ganzen Reihe von Android-Modellen vergleiche.

Doch genau das sei der springende Punkt an der Geschichte. Denn: Android sei eine Opensource-Software. Das heiße, jeder Handyhersteller könne Android für die Entwicklung eigener Mobilgeräte verwenden und nach Wunsch anpassen. Wogegen Apple quasi keine Rivalen neben sich dulde.

Interessant sei auch die Entwicklung in der Apps-Szene. Apps (kurz für: Applications) seien kleine Anwendungen, die die Smartphones für seine User nützlicher, unterhaltender und individueller machen würden. Ein Teil des iPhone-Erfolgs gründe auf der enorm hohen Zahl an zur Verfügung stehenden Apps, die von externen Tüftlern entwickelt würden.

Diese seien jedoch mehrheitlich unzufrieden und würden bemängeln, dass "Kontrollfreak Apple" hier viel zu strenge Regulierungen implementiert habe. Auch im Apps-Bereich hole Google bereits auf. Insider würden davon ausgehen, dass Google auch hier früher oder später Apple überholen dürfte.

Apple schwimmt weiter auf einer gigantischen Erfolgswelle, so die Experten vom "Geldanlage-Report". Auch die Apple-Aktie dürfte kurzfristig profitieren. Mittelfristig dürfte sich Android aber zu einer ernsten Bedrohung entwickeln. Es könnte zu einem ähnlichen Zweikampf zwischen Google und Apple kommen wie bei PCs zwischen Microsoft und Apple. (Analyse vom 30.06.2010) (30.06.2010/ac/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.





 
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