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Fr, 17. April 2026, 21:27 Uhr

Ahold

WKN: 851287 / ISIN: NL0000331817

Ahold verkaufen


03.03.03 17:01
Berliner Volksbank

Die Analysten der Berliner Volksbank bewerten die Ahold-Aktie (WKN 851287) mit "verkaufen".

Ahold habe am letzten Montag bekannt gegeben, dass der Ausweis des operativen Ergebnisses für 2001 und 2002 um insgesamt mindestens 500 Mio. US-Dollar überhöht sei. Ursache seien ein überhöhter Ausweis von Provisionen bei U.S. Foodservice sowie Unregelmäßigkeiten bei der argentinischen Tochter Disco, zu deren Ausmaß sich Ahold noch nicht habe äußern wollen. Als Konsequenz seien der Vorstandsvorsitzende (CEO) Cees van der Hoeven und der Finanzvorstand (CFO) Michiel Meurs zurückgetreten. Die Aufsicht über die laufenden Geschäfte übernehme bis auf weiteres der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Henny de Ruiter.

Zur Sicherung der Liquidität erhalte Ahold eine zum Teil besicherte 364 Tage Kreditlinie von einem Bankenkonsortium über 3,1 Mrd. Euro. In dieser Woche fällige Kredite von U.S. Foodservice und Alliant seien zunächst um weitere 60 Tage verlängert worden. Ahold habe in 2003 fällige Kredite und Anleihen von insgesamt 1,2 Mrd. Euro. Per 30.09.02 habe Ahold aber nur liquide Mittel in Höhe von 932 Mio. Euro ausgewiesen. Bei Kündigung der Kreditlinie könnte das Unternehmen möglicherweise in Probleme mit der Anschlussfinanzierung kommen. Zumindest dürfte sich dann die Zinsbelastung erhöhen.

Ahold habe außerdem bekannt gegeben, dass ICA Ahold in Scandinavien und Jeronimo Martins Retail in Portugal künftig nur noch at equity konsolidiert würden. Die beiden Unternehmen würden 40% zum in Europa erzielten Umsatz beitragen. Durch die eingeräumten Bilanzschönungen bei Disco und U.S. Foodservice sei das Vertrauen der Anleger in Ahold stark erschüttert. S&P habe in Folge der Ankündigungen seine Bewertung für Ahold von BBB auf BB+ mit negativem Ausblick zurück genommen. Moody’s überprüfe sein Baa3 in Abhängigkeit von dem Ergebnis der Überprüfungen bei Disco und U.S. Foodservice und deren Auswirkungen auf den Cash Flow und die Schuldentilgungsfähigkeit von Ahold.

Die Agentur habe aber bereits ein Downgrade von mindestens einem Notch in Aussicht gestellt. Die optisch günstige Bewertung von Ahold scheine nur ein Buchungstrick gewesen zu sein. Man habe zwar vor Problemen bei dem Food-Retailer gewarnt und den Wert bereits auf "verkaufen" gestellt, jedoch überrasche das Ausmaß der bekannt gewordenen Fakten. Dies dürfte die Restrukturierungsbemühungen zusätzlich erschweren, zumal durch den Vertrauensverlust sich Ahold den Kapitalmarktzugang vollständig versperrt habe.

Die Analysten der Berliner Volksbank halten unverändert an ihrer "Verkaufs"-Empfehlung für die Ahold-Aktien fest.





 
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