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So, 19. September 2021, 1:40 Uhr

Agrarrohstoffe vernachlässigt


15.02.06 10:48
Dr. Lux & Präuner Research

Laut den Analysten von Dr. Lux & Präuner Research beschäftigt das Thema Rohstoffe die Öffentlichkeit immer mehr - zwangsläufig.

Denn die stark gestiegenen Energiepreise seien eine starke Belastung sowohl für die Wirtschaft in den Industrieländern als auch für die Verbraucher. Die nicht selten zu den ärmeren Nationen in der Welt gehörenden Rohstoffproduzentenländer könnten nach beinahe zwei Jahrzehnten der Flaute indes etwas aufatmen. Denn nach einem kräftigen vierjährigen Preisaufschwung seien die Rohstoffindices zuletzt in Nominalwerten auf das höchste Niveau der Neuzeit geklettert. Werde die Entwicklung jedoch in realen Werten - also inflationsbereinigt - betrachtet, so würden die Rohstoffpreise weiter auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau liegen.

Auch wenn die vor rund vier Jahren begonnene Renaissance der Rohstoffmärkte noch längst nicht beendet erscheine, gebe es doch einige Risiken zu beachten. Das größte Risiko für die Rohstoffhausse seien steigende Rohstoffpreise selbst. Zum einen würden stark steigende Preise die Investitionstätigkeit in neue Anbau- und Förderprojekte erhöhen, was das künftige Angebot erhöhe. Zum anderen leide das Wachstum der Weltwirtschaft, was dann in Folge zu einer schwindenden Nachfrage führen könne. Bei den Metallen sei dies noch eher gegeben als zum Beispiel am Ölmarkt, zumal Metalle zum Teil auch Substitutionseffekten unterliegen würden. Beim Öl dürften höhere Explorationsausgaben hingegen wohl keine nachhaltige Ausweitung der Reserven bringen. Auch wenn die Meinungen - wie immer im Wirtschaftsleben - auseinander gehen würden, Öl dürfte somit auf absehbare Zeit teuer und in der Diskussion der Öffentlichkeit bleiben.

Dagegen würden Agrarrohstoffe weitgehend links liegen bleiben. Doch auch hier würden längerfristig weitere Preissteigerungen erwartet. Agrarische Rohstoffe wie Mais und Raps dürften entscheidende Impulse dadurch erhalten, dass ein Kampf der Nahrungsmittel- und Energiebranche um diese Rohstoffe ausbrechen könnte, gerade wegen des hohen Ölpreises und weil die Industrieländer erneuerbare Energien mit Nachdruck vorantreiben würden. Die beiden genannten Commodities würden ähnlich wie Zucker bei der Produktion von Bio-Treibstoffen Anwendung würden. Während Zucker - in Brasilien Grundlage für die Herstellung von Ethanol als Benzinzusatz - auf Grund dieses Effekts in den vergangenen Tagen bereits auf das höchste Niveau seit fast 25 Jahren gestiegen sei, hätten Mais und Raps von ihrer Rolle als Basisstoffe von Ethanol und Biodiesel bisher kaum profitiert. Hier sei womöglich noch viel Musik drin.