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So, 11. April 2021, 21:00 Uhr

Weltwirtschaft weiter in solider Verfassung


21.09.18 13:38
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Trotz weiterer Eskalationen im Handelsstreit zwischen den USA und China sehen wir die Weltwirtschaft weiter in solider Verfassung: Die wirtschaftliche Entwicklung in China ist robust und u.E. mittelfristig weiterhin aufwärts gerichtet, so die Analysten der National-Bank AG.

Zuletzt hätten sich hier insbesondere dieAnzeichen für eine stärkere Belebung der Investitionen erhärtet. Die langjährige Umsteuerung des Landes habe ferner bewirkt, dass der binnenwirtschaftlichen Komponente mehr und mehr Gewicht zukomme, weiterhin habe das Land eine erhebliche Diversifikation der Exportmärkte bewerkstelligen können. Ferner bleibe der Wechselkurs als sehr flexibles Instrument, den möglichen Wirkungen der US-Zölle die Spitze zu nehmen. Sollte der Handelsstreit weiter eskalieren, könne Peking schließlich relativ rasch den zuletzt restriktiveren wirtschaftspolitischen Kurs umkehren. Im Ergebnis verfüge China über eine sehr solide Ausgangsposition im Handelspoker mit den USA. Die Analysten der National-Bank AG würden zwar davon ausgehen, dass der Konflikt noch einige Zeit währe. Es bestünden aber weiterhin gute Rahmenbedingungen für eine bilaterale Einigung.

In Europa treibe der aufgestaute Nachholbedarf die Wirtschaft weiter voran. Insgesamt dürfte das Wirtschaftswachstum im Euroraum in diesem Jahr bei rund 2% liegen. Die Wachstumsrate bleibe damit über dem langfristigen Trend. Für das kommende Jahr würden die Analysten der National-Bank AG eine weitere, leichte Abschwächung auf 1,8% prognostizieren. Im Vergleich zur konjunkturellen "Sturm- und -Drang"-Phase des Jahres 2017, als die gesamtwirtschaftliche Leistung im Euroraum um fast 2,5% expandiert habe, sei dies als "Normalisierung" und nicht als Anfang vom Ende des Aufschwungs zu bewerten, nicht zuletzt weil die Währungsunion im Konjunkturzyklus mindestens zwei bis drei Jahre hinter den USA zurückliege.

Treiber der Weltwirtschaft würden derzeit vor allem die USA bleiben: Die Datenlage lasse hier kaum etwas zu wünschen übrig. Die Perspektiven für den privaten Konsum würden bei ultrasoliden finanziellen Verhältnissen der privaten Haushalte äußerst robust bleiben. Dies sei mit ein Grund dafür, dass die Analysten der National-Bank AG erwarten würden, dass die US-Expansion noch Jahre trage. Zudem hätten sich ihre Erwartungen, was die US-Investitionen anbelange, weiter materialisiere: Die Rekordindikation einschlägiger Frühindikatoren habe Bestand, derweil hätten die Auftragseingänge für zivile Kapitalgüter stark angezogen. In der Summe sei die Indikation seitens der Frühindikatoren so stark wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr. Die Analysten der National-Bank AG würden davon ausgehen, dass die US-Ökonomie im laufenden Jahr mit rund 3% expandieren könne. Dies sei der stärkste Zuwachs seit dem Jahre 2005. Das Wachstum sollte sich dann im nächsten Jahr zwar etwas ermäßigen aber immer noch deutlich oberhalb von 2,5% liegen. Vor dem Hintergrund der höheren Preiselastizität sollte die FED schließlich mehr Spielräume haben, diesen Nachkriegsrekord zu flankieren.

In der Summe würden die Analysten der National-Bank AG die Weltwirtschaft für sehr robust halten, allerdings werde der exakte Wachstumspfad maßgeblich durch den weiteren Verlauf des Handelskonfliktes geprägt sein. Einen spürbaren Einbruch würden sie aber für sehr unwahrscheinlich halten: Sie würden weiterhin davon ausgehen, dass der wahrscheinlichkeitsgewichtete Wachstumspfad oberhalb von 3,8% Weltwirtschaftswachstum liege. Die jüngsten Schätzungen der OECD lägen zwar hier mit 3,7% marginal tiefer, zentral sei aus ihrer Sicht aber, dass das relativ hohe Weltwirtschaftswachstum auch laut OECD-Ausblick auch im nächsten Jahr erhalten bleibe. Dies stütze nach Einschätzung der Analysten der National-Bank AG, dass die Expansionsphase der Weltwirtschaft bis in die nächste Dekade trage. (21.09.2018/ac/a/m)