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Fr, 22. Januar 2021, 20:51 Uhr

US-Wahl und Auswirkungen der Corona-Krise sind die alles überlagernden Themen an globalen Aktienmärkten


27.10.20 14:10
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Die näher rückende US-Wahl sowie die Auswirkungen der weiter um sich greifenden Corona-Pandemie sind die alles überlagernden Themen an den globalen Aktienmärkten, so die Analysten der National-Bank AG.

Die sehr dynamisch ansteigenden Infektionszahlen in Europa würden mittlerweile auch die Aktienmärkte in eine erhöhte Nervosität versetzen. Es scheine, dass die Zuversicht der letzten Monate allmählich bei den Investoren schwinde. So seien die europäischen Aktienindices in den letzten Tagen deutlich gefallen. Gerade auch die Kürzung der Umsatzerwartungen und die deutlich pessimistischere Einschätzung der Zukunftsperspektiven seitens SAP habe zu einer starken Verunsicherung geführt, verkörpere der Konzern doch wegen seiner weltumspannenden Geschäfte eine Indikatorfunktion, wie globale Konzerne durch die Corona-Krise kämen. Der explizite unternehmensseitige Bezug auf die Erwartung erneuter Corona-bedingter Lockdowns und die damit einhergehende Einschränkung der wirtschaftlichen Aktivität als Grund für die deutlich pessimistischeren Zukunftsaussichten stimme nicht gerade hoffnungsvoll für die nächsten Monate.

Hoffnungsvoll aus Aktienmarktsicht mute aber die Perspektive einer möglichen "blauen" Welle bei den US-Präsidentschaftswahlen in der nächsten Woche an, also eines deutlichen Sieges der Demokraten. Gerade die Aussicht der Machtübernahme nicht nur des Weißen Hauses, sondern auch des Kongresses mit seinen zwei Kammern, wecke Erwartungen auf ein umfangreiches fiskalpolitisches Paket im nächsten Frühjahr zur breiten Konjunkturstimulierung. Dies könnte den Aktienmärkten nach der US-Wahl einen deutlichen Aufwärtsimpuls geben.

Aktien

Es finde momentan ein intensiver Wettstreit an den Aktienmärkten statt, einerseits zwischen denen, die weitere umfangreiche Stützungsmaßnahmen geldpolitischer und im Besonderen auch fiskalpolitischer Natur (vor allem in den USA) erwarten würden (Bullen) und andererseits denjenigen, die den weiteren Fortgang der Corona-Pandemie sehr pessimistisch einschätzen würden (Bären). Aktuell sehe es so aus, als ob die Bären die Oberhand gewinnen würden, diesbezüglich sei das letzte Wort aber noch nicht gesprochen.

Hoffnungsvoll stimme die Entwicklung in China. Dort laufe die Volkswirtschaft wieder nahezu auf Pre-Corona-Niveaus. Aufgrund der trotz US-Präsident Trump und der Corona-Pandemie immer noch sehr stark ausgeprägten Interdependenz der globalen Wirtschaft stimme dies wenigstens hoffnungsvoll, dass gerade auch die exportorientierten europäischen Unternehmen besser durch die Krise kämen als dies von vielen befürchtet werde. Zugegebenermaßen habe die gestrige Meldung von SAP diese Hoffnung (noch) nicht bestätigt. Die Analysten der National-Bank AG würden trotzdem ihre optimistischen Aktienmarktprognosen auf unverändertem Niveau belassen, würden die Situation jedoch nach der US-Wahl neu bewerten. (27.10.2020/ac/a/m)