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So, 28. Februar 2021, 4:06 Uhr

US-Arbeitsmarkt überrascht positiv - Handelsstreit geht weiter


09.07.19 10:50
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Abermals überraschte der US-Arbeitsmarkt positiv, so die Analysten der National-Bank AG.

Mit einem Stellenzuwachs von 224.000 im Juni sei der schwache Mai-Anstieg von 72.000 neuen Stellen klar übertroffen worden. Zugleich habe der US-Arbeitsmarkt im Juni die stärkste Ausweitung in diesem Jahr verzeichnet. Diese Daten hätten zugleich die Zinssenkungserwartungen der Marktteilnehmer gedämpft. Diese seien bisher von zwei Zinssenkungen noch in diesem Jahr ausgegangen. Ob es dabei bleibe, sei vor dem Hintergrund der jüngsten Daten jedoch zweifelhaft.

In dieser Woche trete FED-Chef Powell vor den US-Kongress, um Auskunft über die aktuelle Einschätzung zur US-Konjunktur zu geben. All dies geschehe vor dem Hintergrund massiven politischen Drucks seitens der US-Regierung auf die FED, die Zinsen rasch zu senken. Von der deutschen Konjunktur kämen weniger gute Daten. Die Aufträge im verarbeitenden Gewerbe seien im Mai um 2,2% im Vergleich zum Vormonat gefallen, auf Jahresbasis seien diese um 8,6% zurückgegangen. Diese enttäuschenden Daten seien unmittelbar von den Marktteilnehmern als weiteres Indiz dafür gewertet worden, dass die EZB auf ihrer nächsten Sitzung am 25. Juli erneute expansive Maßnahmen für die Eurozonen-Wirtschaft beschließen könnte. Der divergente Pfad der US- und der Wirtschaft in der Eurozone finde seine Fortsetzung.

Bezüglich des Handelsstreits zwischen den USA und China habe es in der letzten Woche keine neuen Erkenntnisse gegeben, die Verhandlungen seien wieder aufgenommen worden, wann mit Ergebnissen zu rechnen sein werde, sei jedoch offen. Die Erwartungshaltung der Marktteilnehmer sei klar auf eine umfassende Einigung ausgerichtet, trotzdem sei die Option einer erneuten Verschärfung der handelsrechtlichen Auseinandersetzung nicht vom Tisch. Für die Aktienmärkte reiche die Aussicht auf eine tendenziell lockerere Geldpolitik in Kombination mit der Erwartung einer Einigung im Handelsstreit jedoch aus, um das aufwärtsgerichtete Momentum der letzten Wochen fortzusetzen.

Aktien: Getragen werde der jüngste Aufschwung im Besonderen von einer Erhöhung der relativen Attaktivität der Aktienanlage aufgrund des deutlichen Renditerückgangs an den Rentenmärkten. Dies gelte insbesondere für die europäischen Aktienmärkte. Grunsätzlich würden die Börsenampeln in den nächsten Wochen auf grün bleiben, vor allem wenn die EZB bei ihrer nächsten Sitzung weitere deutlich expansive geldpolitische Maßnahmen beschließen würde. Die Analysten der National-Bank AG könnten sich trotz der jüngsten Kursanstiege aber über die historisch gesehen umsatzschwachen Sommerwochen an den Aktienmärkten moderate Kursrückgänge vorstellen, da viele Investoren auf erhebliche Zugewinne in ihren Depots blicken und diese zu Gewinnrealisierungen reizen würden. (09.07.2019/ac/a/m)