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So, 11. April 2021, 21:20 Uhr

Stimmung an wichtigen Aktienmärkten dreht deutlich ins Positive


15.10.19 15:35
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Es braucht manchmal nicht viel, um den nervösen Aktienmärkten neuen Schwung einzuhauchen, so die Analysten der National-Bank AG.

Konkret ein paar salbungsvolle Worte des US-Präsidenten, dass die wieder aufgenommenen Handelsgespräche mit China sehr gut laufen würden und dann am vergangenen Freitag die Verkündigung einer wenigstens kurzfristigen Einigung. Die USA würden auf die Erhebung zusätzlicher Zölle in dieser Woche verzichten, China kaufe im Gegenzug mehr US-Agrarprodukte, welche China ohnehin dringend benötige. Darüber hinausgehende Vereinbarungen seien jedoch sehr vage geblieben. Es sei offensichtlich, dass es bis zur Verständigung über einen umfassenden Deal, welcher auch Fragen bezüglich der Verwendung von geistigen Eigentums durch die Chinesen umfasse, noch ein weiter Weg zurückzulegen sei. Trotzdem: Die Anleger hätten die aktuellen Entwicklungen mit deutlichen Kursaufschlägen goutiert. Die Frage sei nun, wie nachhaltig werde dieser Anstieg sein? Die bislang veröffentlichten Eckpunkte der Einigung zwischen den USA und China dürften nicht in der Lage sein, eine nachhaltige Beruhigung an den Aktienmärkten zu erzeugen. Das Aufeinanderzubewegen der beiden Konfliktparteien sei per se aber positiv zu werten. Wie belastbar diese Annäherung sei, werde sich jedoch erst zeigen, wenn es um die schwierig zu lösenden Konfliktfelder in den Verhandlungen gehe.

Die Stimmung an den wichtigen globalen Aktienmärkten sei in den letzten Tagen deutlich ins Positive gedreht. Aufgrund der Teileinigung im Handelskonflikt in Verbindung mit Bewegung an der Brexit-Front habe bei vielen Investoren ein "risk-on"-Modus eingesetzt, welcher die Aktienmärkte deutlich beflügelt habe. Dabei würden die harten Fakten weiterhin alles andere als rosig aussehen. Die Sorgen vor einem deutlichen Abschwung der globalen Wirtschaft würden sich verstärken. Unter den Erwartungen ausgefallene Daten aus dem Dienstleistungssektor in den USA und Deutschland würden zeigen, dass die momentane wirtschaftliche Schwäche sich nicht nur auf das verarbeitende Gewerbe beziehe, sondern sich langsam auch im Dienstleistungssektor ausbreite. Darüber hinaus sei die Erwartungshaltung im Hinblick auf die in dieser Woche beginnende US-Quartalssaison zum dritten Quartal gedämpft. Analysten würden einen Rückgang der Unternehmensgewinne um 4,1% im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal erwarten. Dies würde das dritte Quartal in Folge mit sinkenden Gewinnen bedeuten. Gerade internationale Konzerne stünden unter Druck, so würden die Prognosen für US-Gesellschaften, die mehr als die Hälfte des Umsatzes außerhalb der USA erwirtschaften würden, deutlich schlechter ausfallen als für Unternehmen mit einem stärkeren nationalen Bezug. Erstgenannte müssten mit Gewinnrückgängen um ca. 11% rechnen, letztgenannte könnten unveränderte Gewinne erwarten. Einschränkend sei aber klar festzustellen, dass die Aktienmärkte momentan die vorliegenden Moll-Töne zur Seite schieben und sich klar im "risk-on"-Modus befinden würden. (15.10.2019/ac/a/m)