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Di, 27. Oktober 2020, 19:42 Uhr

SNB dürfte den CHF-Aufwärtsdruck weiterhin bremsen - mit Interventionen und einer weiteren Zinssenkung


07.03.17 14:26
Sarasin Research

Zürich (www.aktiencheck.de) - Das schwache Wirtschaftswachstum steht in starkem Kontrast zu den ökonomischen Vorlaufindikatoren, so Ursina Kubli, Ökonomin der Bank J. Safra Sarasin AG.

Für das laufende Jahr sei sie vorsichtiger als der Konsens und prognostiziere ein jährliches Wirtschaftswachstum von 1,2%. Bewahrheite sich dieses verhaltene Wachstum in der Schweiz dürfte die SNB die Maßnahmen aufstocken, den Aufwertungsdruck auf den Franken zu bremsen. Kubli erwarte, dass die SNB im 1. Halbjahr ihre Zinsen ein weiteres Mal senke.

Das Wirtschaftswachstum sei in der Schweiz im Jahr 2016 viel verhaltener gewesen als erwartet. Im vierten Quartal habe das Schweizer BIP wie auch schon im dritten Quartal nur gerade +0,1% zugelegt. Dieses schwache Wachstum stehe in starkem Kontrast zu den ökonomischen Vorlaufindikatoren, welche in der Schweiz auf eine kräftige wirtschaftliche Expansion gedeutet hätten. Auch im Vergleich zu anderen Ländern sei das Schweizer Wirtschaftswachstum enttäuschend gewesen. Für das Gesamtjahr 2016 habe in der Schweiz ein Wachstum von 1,3% resultiert, während das BIP in der Eurozone 1,7% gewachsen sei.

Die Bauinvestitionen und der private Konsum hätten das Wachstum gebremst während es im Jahr 2016 neben dem Staatskonsum und den Ausrüstungsinvestitionen von einem hohen Nettoexportüberschuss getragen worden sei. Die hohe Exportaktivität in der Schweiz dürfe jedoch nicht zu einer voreiligen Schlussfolgerung führen, die starke Währung sei kein Problem für die Schweizer Wirtschaft oder der Franken sei womöglich gar nicht so überteuert, wie gedacht. Wäre das der Fall, könnte die Schweizerische Nationalbank aufhören am Markt zu intervenieren und damit den Franken aufwerten lassen.

Jedoch sei das bemerkenswerte Wachstum der Exporte von insgesamt +4,6% im vergangenen Jahr vorwiegend von der Pharmaindustrie getragen worden. Aufgrund der hohen Margen und den fehlenden Substituten seien Pharmaexporte kaum von den Währungsentwicklungen tangiert. Die guten Exportdaten seien vielmehr auf den Entscheid zurückzuführen, in den vergangenen Jahren mehr Produktion in die Schweiz zu verlagern. Novartis zum Beispiel habe CHF 500 Millionen in eine neue Produktionsstätte in Stein (AG) investiert. Ob eine höhere Produktionstätigkeit in der Schweiz ein struktureller Trend sein werde, werde sich erst noch zeigen. Grenzübergreifende Steuern in den USA oder eine unvorteilhafte Unternehmenssteuerreform in der Schweiz, könnte den Ausblick für den Schweizer Produktionsstandort trüben.

Andere Sektoren würden jedoch den Gegenwind des starken Frankens spüren. Auch die jüngste Publikation des Bundesamts für Statistik bezüglich der wachstumsstärksten Unternehmen zeige einen geringeren Anstieg in den Sektoren Industrie und Energie sowie Gastgewerbe und Beherbergung an. Währungssensitive Sektoren würden unter Druck bleiben. Dementsprechend sei der wirtschaftliche Ausblick der Bank J. Safra Sarasin AG für das laufende Jahr etwas verhaltener als der Konsens. Sie erwarte ein jährliches Wirtschaftswachstum von 1,2%, während der Konsens 1,5% prognostiziere. Bewahrheite sich dieses Szenario, dürfte sich die SNB weiterhin gegen die hohe Franken-Nachfrage stemmen. Kubli erwarte, dass die SNB im ersten Halbjahr 2017 ihre Zinsen um weitere 25 Basispunkte senken werde. (07.03.2017/ac/a/m)