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So, 28. Februar 2021, 4:37 Uhr

Handelskonflikt USA-China bestimmt wieder die Schlagzeilen


21.05.19 12:22
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Der Handelskonflikt bestimmt nach Wochen der Ruhe wieder die Schlagzeilen, berichten die Analysten der National-Bank AG.

Während von der politischen Seite keine Entspannung zu erkennen sei, würden die Aktienmärkte bisher relativ besonnen reagieren auf die scheinbar festgefahrene politische Situation. Diese Gelassenheit sei damit zu erklären, dass die Aktieninvestoren weiterhin fest von einer Einigung ausgehen und die momentanen Friktionen als politisches Manöver interpretieren würden. Diese These werde auch weiterhin von den Analysten der National-Bank AG vertreten, nichtsdestotrotz seien die Wahrscheinlichkeiten auch für ein Scheitern der Gespräche angestiegen. Gerade auch die von der US-Regierung Ende der letzten Woche verhängte deutliche Einschränkung der Geschäftsbeziehungen von US-Unternehmen zum chinesischen Telekommunikationsunternehmen Huawei erleichtere nicht gerade die Findung einer Kompromisslösung im Handelsstreit.

Die USA hätten Huawei auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäfte zu US-Partnern strengen Kontrollen unterlägen. Wer US-Technik an Huawei verkaufen oder transferieren wolle, müsse eine Lizenz erwerben. Diese könne laut US-Regierung verweigert werden, wenn Sicherheitsinteressen berührt seien. Aufgrund der hohen Brisanz dieses Themas habe die US-Regierung jetzt aber ein 90-tägiges Moratorium für einige dieser Maßnahmen eingeführt. In dieser Zeit dürfe Huawei weiter US-Produkte kaufen.

Soviel gerade auch von US-Seite für eine Einigung spreche, so stark sei auch der innenpolitische Druck auf US-Präsident Trump zu einer starken Übereinkunft zu kommen. Eine solche müsse nach den US-Handelsfalken eine deutliche Verbesserung des Status Quo im Geschäftsverkehr mit China beinhalten. Diesbezüglich würden die Probleme jedoch erst losgehen.

Aus chinesischer Sicht dürfte es unproblematisch sein das Importvolumen für US-Produkte kurzfristig zu erhöhen oder den chinesischen Markt graduell für ausländische Firmen weiter zu öffnen. Problematisch hingegen werde es, wenn die US-Forderungen an das Herzstück der wirtschaftlichen Fortentwicklung Chinas anknüpfen würden, nämlich der Ziele des Wirtschaftsplans 2025. Dieser beinhalte Investitionen von rund 300 Mrd. Euro, um gezielt bestimmte Industrie- und Wirtschaftsbereiche (Robotik, Flugzeugbau, Erneuerbare Energien, Künstliche Intelligenz) zu fördern. So solle China mittelfristig in eine Service- und Hightech-Gesellschaft verwandelt werden. Alle US-Forderungen, die unmittelbar diese Ziele infrage stellen würden, dürften für die chinesische Seite nur sehr schwer zu akzeptieren sein. Entlastend wirke jedoch - aufgrund des fortwährenden Handelszwists mit China - die sechsmonatige Verschiebung des Handelskonflikts mit der EU und Japan.

Die Analysten der National-Bank AG würden trotz der jüngsten Turbulenzen ihre Aktienmarktprognosen auf unverändertem Niveau belassen. Weiterhin sei eine Einigung im Handelsstreit USA/China ihr favorisiertes Szenario. Die Aktienanlage bleibe in Anbetracht des anhaltenden Niedrigzinsumfelds attraktiv. Die daraus resultierende relative Attraktivität stelle eine konstante Unterstützung - gerade der europäischen Aktienmärkte - dar. (21.05.2019/ac/a/m)