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Mi, 21. April 2021, 13:41 Uhr

Globale Großwetterlage weiter aufgehellt


10.01.20 16:30
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Die globale Großwetterlage hat sich weiter aufgehellt: Insbesondere nach dem Deeskalationsversuch von US-Präsident Trump mit Blick auf die Spannungen mit dem Iran haben die Börsen weltweit auf "Grün" geschaltet, so die Analysten der National-Bank AG.

Aus Sicht der Analysten sei aber vor allem der "Phase-One-Deal" für die Aufhellung der Stimmung weltweit verantwortlich. Viele Unternehmen, die aufgrund der hohen Unsicherheit weltweit Investitionen zurückgestellt hätten, dürften nunmehr darauf bauen, dass der Konflikt zwischen den USA und China in einigermaßen rationalen Bahnen verbleibe. Für die Kapitalmärkte wirke dieser Umstand erkennbar schwerer als die Lage am Persischen Golf. Sollte es der US-Administration allerdings tatsächlich gelingen, sich mit der harten außenpolitischen Linie womöglich durchzusetzen und gar zu einer Befriedung der Situation zu gelangen, würde dies die wirtschaftliche Zuversicht weltweit noch einmal spürbar steigern. Nicht vergessen werden sollte schließlich auch, dass die Unzufriedenheit im Iran enorm sei und vor allem wirtschaftliche Sanktionen im Jahre 2015 dazu geführt hätten, dass der Iran ernsthaft über sein Atomprogramm zu verhandeln begonnen habe.

Auf der anderen Seite seien die Risiken des harten Kurses von Präsident Trump natürlich enorm: Sollten die Iraner etwa die Meerenge von Hormus abriegeln, würde eine Intensivierung des Konfliktes wohl unvermeidlich, da damit die globale Versorgung mit Rohöl gefährdet wäre. Der jüngste Vergeltungsangriff des Irans lasse derweil auf eine rationale Reaktion Teherans schließen, die mit Blick auf die Dimensionierung eine weitere Eskalation ganz offenkundig zu vermeiden gesucht habe. Es sei daher durchaus möglich, dass US-Präsident Trump sich mit seinem unkonventionellen Politikstil durchsetze - wie immer man dies politisch bewerten möge. Der Ausgang der Konfrontation dürfte auf jeden Fall auch Auswirkungen auf die anstehende US-Wahl haben: Chancen und Risiken lägen also wie so oft eng beieinander. Aber selbst wenn der Konflikt zwischenzeitlich wieder eskalieren würde, dürften die Perspektiven für den Fortgang der globalen Handelsgespräche maßgeblich für die Entwicklung der Finanzmärkte bleiben.

Aus der primär wirtschaftlichen Perspektive würden derweil die von den Analysten bislang gezeichneten wirtschaftlichen Grundlinien erhalten bleiben: Der US-Aufschwung breche alle Rekorde und es bestünden derzeit kaum fundierte Gründe, warum dies nicht so bleiben sollte. Zu erwähnen sei hier vor allem die weiterhin brettsolide Beschäftigungsentwicklung sowie der Rebound beim ISM-Dienstleistungsindikator. In Europa werde der Stimmungsumschwung maßgeblich durch die solideren Perspektiven für den Welthandel getragen, es stehe aber zu erwarten, dass die konjunkturelle Grunddynamik durch die Verminderung des Beschäftigungsaufbaus perspektivisch wieder abnehme. Auch in Asien würden sich wieder erste "greenshoots"(grüne Triebe) etwa in Form wieder spürbarer Orders für die Industrie in der asiatisch-pazifischen Region zeigen.

Im Ergebnis scheine sich die Einschätzung der Analysten zu bewahrheiten, dass die Konstitution der Weltwirtschaft im Grunde sehr solide sei. Eine Verminderung der geopolitischen Risiken vorausgesetzt, sollten im laufenden Jahr Wachstumsraten um 3,4% möglich sein. Jeder Fortschritt vor allem auf der handelspolitischen Ebene begründe Aufwärtsrisiken für diese Projektion. (10.01.2020/ac/a/m)