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Do, 22. April 2021, 1:51 Uhr

Globale Aktienmärkte reagieren heftig auf zunehmende Verbreitung des Coronavirus


26.02.20 12:55
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Nach wochenlanger Lethargie bzw. Ignoranz im Hinblick auf die möglichen Auswirkungen des Coronavirus, reagierten die globalen Aktienmärkte zu Beginn dieser Woche umso heftiger auf die zunehmende Verbreitung des Krankheitserregers, so die Analysten der National-Bank AG.

Insbesondere die neu aufgetretenen Krankheitsfälle in Europa hätten die Investoren spürbar verunsichert. Die wichtigen globalen Aktienmärkte hätten unisono erhebliche Kursrückgänge verzeichnet. Weiterhin seien der zu erwartende Ausbruchspfad sowie die ökonomischen Implikationen des Coronavirus-Ausbruchs nicht zu prognostizieren bzw. zu quantifizieren, die Analysten der National-Bank AG würden jedoch weiterhin eine mittelfristige Eindämmung des Virus erwarten. Trotzdem würden erhebliche Unsicherheiten verbleiben. Das Problem hinsichtlich des Coronavirus sei nicht die Nachfrageseite, sondern die Angebotsseite. Wie schnell könne die Produktion nach einem deutlichen Abklingen des Virus wieder auf ursprüngliche Normalniveaus zurückgeführt werden? Wie sehe es hinsichtlich der Lieferketten aus? Häufig würden bezüglich möglicher negativer Implikationen durch das Coronavirus die Notenbanken als Ausgleichsmechanismus zitiert, dieses Argument könnte sich jedoch als stumpfes Schwert erweisen, setze ein Mehr an expansiver Geldpolitik doch an der Nachfrageseite an und vernachlässige die Angebotsseite. Diesbezüglich wären eher steuerliche Erleichterungen für die Unternehmen hilfreich, die an Lieferkettenschwierigkeiten leiden würden. Folglich wären als Hilfsmaßnahme eher fiskalpolitische Impulse als weitere expansive Maßnahmen der Notenbanken gefragt.

Bei den aktuell laufenden Vorwahlen der Demokraten sei das Momentum von Bernie Sanders weiterhin voll intakt. Dazu beigetragen habe sicherlich auch die eher enttäuschende Vorstellung von Herrn Bloomberg bei seiner ersten Teilnahme an einer Diskussion mit den anderen Kontrahenten um die demokratische Nominierung. Entscheidend werde nunmehr der "Super Tuesday" am 3. März sein, an dem eine Vielzahl der Delegiertenstimmen bestimmt werde. Bernie Sanders als Herausforderer von Donald Trump dürfte jedenfalls bei vielen Investoren mehr als nur ein Stirnrunzeln hervorrufen.

Aktien

Sie Analysten der National-Bank AG seien weiterhin der Meinung, dass das Coronavirus ein eher temporäres Problem darstelle und über die nächsten Monate hinweg langsam an Schrecken verlieren werde. Es bleibe aber festzuhalten: Gesichert sei das nicht, Mutmaßungen, wann der Höhepunkt der Ausbreitung des Virus erreicht sein werde, seien reine Spekulation. Die mit dem Coronavirus einhergehende Unsicherheit dürfte die Aktienmärkte weiter in Atem halten. Mittel- bis langfristig dürften aber wieder die kurssteigernden Determinanten der letzten Monate die Richtung an den wichtigen globalen Aktienmärkten bestimmen. Im kurzfristigen Zeithorizont würden die Analysten der National-Bank AG daher ihre Aktienmarktprognosen über alle betrachteten Indices hinweg reduzieren. Ihre September- bzw. Dezember-Kursziele würden sie jedoch auf unverändertem Niveau belassen, da sie davon ausgehen würden, dass bis dahin die negativen Auswirkungen des Coronavirus überwunden sein würden. (26.02.2020/ac/a/m)