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Do, 22. April 2021, 1:56 Uhr

Globale Aktienmärkte eindeutig im Baissemodus


17.03.20 14:05
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Man muss der Realität ins Auge blicken, so die Analysten der National-Bank AG.

Niemand wisse aktuell wie sich die Corona-Pandemie weiter auswirken und mit welchen negativen wirtschaftlichen Schäden sowohl für die globale Wirtschaft, als auch für die Unternehmensergebnisse zu rechnen sein werde. Daß diese immens sein würden, sei jedoch in Anbetracht der Abschottungsmaßnahmen vieler Volkswirtschaften unabwendbar. Erste Zahlen aus China würden dies bestätigen. So sei die dortige Industrieproduktion im Januar und Februar um 13% gegenüber dem entsprechenden Vorjahresniveau gesunken. Die Einzelhandelsumsätze lägen sogar um 20% unter Vorjahresniveau. Insgesamt werde man sich - wenig überraschend - auf ein signifikant niedrigeres Niveau bei den volkswirtschaftlichen Daten aus China in den nächsten Monaten einstellen müssen. Auch ein Minus in der Jahresrate erscheine mittlerweile vorstellbar. Die schwachen chinesischen Zahlen seien allerdings ein Vorbote der Entwicklung, die für Europa und die USA in den nächsten Monaten zu erwarten seien.

Wie dramatisch auch die Notenbanken die Situation einschätzen würden, zeige die am Sonntagabend (!!) vorgenommene Zinssenkung der US-Notenpunkt um sage und schreibe 1 Prozentpunkt in Kombination mit Anleihekäufen mit einem Volumen von 700 Mrd. USD. Mit diesem Schritt habe die FED weitere Verluste zu Börsenbeginn in dieser Woche zumindest abfedern wollen. Angesichts der gestrigen Kursentwicklungen sei dieser Effektjedoch als nicht geglückt einzuschätzen. Die EZB habe in der letzten Woche durch eine Erhöhung der Anleihenkäufe um 120 Mrd. Euro bis zum Ende des Jahres und der Erleichterung der Liquiditätsversorgung der Banken, um die Kreditvergabe gerade an kleinere und mittlere Unternehmen zu fördern, auf die Corona-Krise reagiert. Auf eine weitere Zinssenkung habe sie allerdings verzichtet. Man müsse sich jedoch angesichts des Musters der Zinschritte der US-Notenbank in den letzten Tagen fragen, ob eine solche überhaupt einen Effekt an den Kapitalmärkten gehabt hätte.

Das Kernproblem an der Corona-Krise sei, dass niemand die zeitliche Dimension der Krise seriös einzuschätzen vermöge. Hinsichtlich der Fallzahlen und der damit eng korrelierten öffentlichen Verunsicherung stünden wir in Europa, aber auch in den USA am absoluten Anfang der Entwicklung. Dies bedeute, dass diese noch über einen längeren Zeitraum deutlich steigen würden, bevor überhaupt ein Abklingen realistisch erscheine. Vor dem Frühsommer erscheine dies jedenfalls nicht realistisch.

Aktien

Wir würden uns an den globalen Aktienmärkten mittlerweile eindeutig im Baissemodus befinden. Wie lange dieser dauere bzw. wie umfassend weitere Kursrückgänge noch ausfallen würden, sei seriös nicht vorhersehbar. Es sei daher angebracht nicht vorschnell in Kursverluste hinein zu kaufen, sondern erstmal abzuwarten, bis ein nachhaltiger Boden sich ausgebildet habe. Bis dahin könne es jedoch noch etwas dauern. (17.03.2020/ac/a/m)