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Fr, 15. Januar 2021, 23:58 Uhr

Geldpolitik dürfte freundliche Entwicklung der globalen Aktienmärkte weiter unterstützen


01.09.20 16:00
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - FED-Chef Jerome Powell verkündetevergangenen Donnerstag auf dem Jackson-Hole-Symposium, dem Treffen der führenden Notenbanker der Welt, das dieses Mal virtuell stattfand, den neuen geldpolitischen Kurs der FED, so die Analysten der National-Bank AG.

Das Inflationsziel der US-Notenbank solle nicht mehr zu jedem Zeitpunkt nahe zwei Prozent sein, sondern im Durchschnitt über längere Zeiträume dem Zwei-Prozent-Ziel entsprechen. Sei die Inflation in den vergangenen Jahren unter dem Ziel von zwei Prozent gewesen, könnte sie nunmehr nach dem Strategieschwenk der FED auch eine Zeit über dem festgesetzten Inflationsziel liegen, ohne, dass dies zwingend eine Änderung der Geldpolitik nach sich ziehen würde. Außerdem wolle die FED sich noch stärker für Beschäftigung engagieren, da die unteren und mittleren Einkommen besonders sensibel auf den Zustand des Arbeitsmarktes reagieren würden.

Die Ankündigung der FED habe die Aktienmärkte an der Wall Street auf neue Rekorde getrieben. So habe der S&P 500 (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0) während mehrerer Sitzungen neue Höchststände erreicht, ebenso der technologielastige NASDAQ 100 (ISIN: US6311011026, WKN: A0AE1X). Die europäischen Märkte hätten der Wall Street nicht im selben Maße folgen können, da die neue Ausrichtung der FED tendenziell den Euro gestärkt habe, was gerade exportorientierte Unternehmen belastet habe.

Aktien

Die Analysten der National-Bank AG würden ihre Aktienmarktprognosen über alle betrachteten Indices und Prognosehorizonte hinweg erhöhen. Zudem würden sie ihren Prognosezeitraum bis September 2021 erweitern. Für sie sei weiterhin die Geldpolitik der wichtigen globalen Notenbanken das zentrale Argument für die prognostizierte freundliche Entwicklung der globalen Aktienmärkte in den nächsten Monaten. Diesbezüglich sei bis weit in die Zukunft hinein eine Richtungsänderung nahezu ausgeschlossen. Ganz im Gegenteil: Die letztwöchige Ankündigung der FED, ihre Inflationsberechnung nunmehr stärker an Durchschnittswerten festzumachen, zementiere das Niedrigzinsumfeld noch wesentlich weiter in die Zukunft. Dies führe dazu, dass die Anlagealternativen zur Aktienanlage weiterhin tief im Renditetal verweilen würden und folglich die relative Attraktivität der Aktienanlage nachdrücklich attraktiv bleibe. Die äußerst expansive Geldpolitik stelle somit das "positive Grundrauschen" für die globalen Aktienmärkte dar, welches die eher langfristige Tendenz determiniere.

Corona-bedingte schwächere Unternehmensergebnisse oder Irritationen aus der Politik, wie sie angesichts des näher rückenden US-Wahltermins immer häufiger die Schlagzeilen in den nächsten Wochen bestimmen würden, würden eher die kurzfristige Sicht auf die Aktienmärkte determinieren. Solche Ereignisse könnten zu kurzfristigen Rücksetzern führen, die langfristige Tendenz sollte davon aber nicht in Frage gestellt werden. Das voreilige Verlassen einer intakten Aufwärtsbewegung sollte aus Anlegersicht daher vermieden werden, aber versehen mit dem Sicherheitsschirm eines disziplinierten Risikomanagements. "The trend is your friend" sei anhaltend das Gebot der Stunde. (01.09.2020/ac/a/m)