Suchen
Login
Anzeige:
Mi, 21. April 2021, 12:08 Uhr

Gedeihliches Umfeld für Aktienmärkte


29.10.19 14:52
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - In dieser Woche trifft sich die US-Notenbank zu ihrer turnusgemäßen Sitzung, so die Analysten der National-Bank AG.

Alles andere als ein weiterer Zinsschritt nach unten wäre eine große Überraschung und würde die Kapitalmärkte auf dem falschen Fuß erwischen. Mit jedem Zinssenkungsschritt dürfte es FED-Chef Powell aber schwerer fallen, sein Narrativ der "Mid-Cycle-Adjustments" in einem grundsätzlich von der FED verfolgten Zinserhöhungsmodus weiter aufrechtzuerhalten. Man dürfe also gerade bezüglich der Begründung des zu erwartenden Zinssenkungsschritte gespannt sein. Die EZB beginne am Freitag mit einer erneuten Runde von Anleihenkäufen, jeden Monat sollten Rentenpapiere im Umfang von 20 Milliarden Euro erworben werden. Die EZB habe diese Käufe nicht mit einem Endtermin versehen, diese sollten erst dann beendet würden, wenn die Notenbank kurz vor dem Beginn eines Zinserhöhungszyklusses stehe. Aus heutiger Sicht spreche demnach vieles für eine lang andauernde Periode an Anleihenkäufen. Der in dieser Woche zu vollziehende Chef-Wechsel bei der EZB werde diesbezüglich keine Auswirkungen haben.

Im Brexit-Drama stimme die EU einer erneuten Verlängerung bis maximal zum 31.01.2020 zu. Wenn das von Premierminister Johnson mit der EU ausgehandelte Abkommen durch das britische Parlament vorzeitig verabschiedet würde, könnten die Briten auch bereits zum 01.12.2019 oder zum 01.01.2020 aus der EU austreten. Das Enddatum sei somit flexibel gehalten.

Aktien

Die US-Aktien würden sich an ihren historischen Höchstkursen befinden, die europäischen Aktien hätten ihren Aufwärtstrend in der letzten Woche fortgesetzt und neue Jahreshöchstkurse markiert. Die (vorläufige) Beruhigung im Handelsstreit in Kombination mit der Erwartungshaltung der Verkündung eines weiteren Zinssenkungsschrittes in dieser Woche und eines möglicherweise weiteren auf der Dezember-Zusammenkunft der FED hätten zu diesem gedeihlichen Umfeld beigetragen. Eine mittelfristige Fortsetzung sei nicht unwahrscheinlich, zu stark positiv wirke die relative Attraktivität im Vergleich zu den Rentenmärkten auf das Aktiensentiment. Ein weiterer Aspekt des hohen Renditevorsprungs der Aktienmärkte gegenüber den Rentenanlagen sei, dass die Aktienbewertung bei dauerhaft niedrigen Zinsen umso günstiger erscheine. Rentenanlagen als klassische Alternative zur Investition in Aktien würden gerade diese Alternative nicht mehr verkörpern. Dies bedeute, je niedriger die Renditen seien, desto eher würden Investoren geneigt sein, ihr Geld in die renditeträchtigeren Aktienmärkte zu investieren. An diesem Szenario werde sich für eine lange Zeit nichts ändern.

Im Zuge der der laufenden US-Quartalsberichterstattung hätten von den S&P-500 (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0)-Unternehmen bislang ca. 40% der Unternehmen berichtet. Zu Buche stehe eine Umsatzausweitung um 3,4%, die Gewinne würden sich nahezu unverändert zum entsprechenden Vorjahresquartal gestalten. Schwächere Unternehmensdaten würden jedoch zu Gunsten des "Big-Picture" ignoriert. (29.10.2019/ac/a/m)