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Do, 22. April 2021, 0:52 Uhr

Für Ein- bzw. Wiedereinstieg am Aktienmarkt ist es noch zu früh


24.03.20 16:24
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Die Notenbanken und Regierungen stemmen sich mit drastischen Mitteln gegen die zu erwartenden signifikanten negativen wirtschaftlichen Konsequenzen aufgrund der fortschreitenden Coronavirus-Pandemie, so die Analysten der National-Bank AG.

So habe die EZB ein weiteres Maßnahmenbündel geschnürt, welches EZB-Präsidentin Lagarde mit den Worten es gebe "keine Grenzen für unser Engagement für den Euro" verbal unterstützt habe. Dies erinnere stark an die berühmten Worte ihres Vorgängers hinsichtlich der Verteidigung des Euros im Zuge der Staatsschuldenkrise Ende Juli 2012 ("whatever it takes").

Kernpunkt des Coronavirus-Notfallprogramms seien zusätzliche Wertpapierkäufe im Umfang von 750 Mrd. Euro bis zum Ende diesen Jahres. Diese kämen zu den bereits beschlossenen Käufen hinzu. Zusammen steige das Volumen der Nettokäufe in diesem Jahr damit auf insgesamt fast 1,1 Billionen Euro oder 117 Milliarden Euro monatlich. So viel habe die EZB bislang noch nie in so kurzer Zeit zugekauft. Auf dem bisherigen Höhepunkt im Jahr 2016 hätten die Wertpapierkäufe bei monatlich 80 Milliarden Euro gelegen. Zum Vergleich: In der ganzen Zeitspanne zwischen Februar 2015 und dem Ende des letzten Anleihenkaufprogramms Ende 2018 hätten die Käufe insgesamt bei 2,6 Mrd. Euro gelegen.

Die US-Notenbank habe am Montag vor US-Börseneröffnung ihre Bereitschaft verkündet, Anleihen in unbegrenzter Quantität ohne zeitliche Beschränkung zu kaufen. Allein in dieser Woche beabsichtige sie Anleihen im Gegenwert von 625 Mrd. USD zu erwerben. Auch die Regierungen würden in beispielloser Weise reagieren. So plane die Bundesregierung für das laufende Jahr eine Rekordneuverschuldung von 156 Mrd. Euro. Zudem werde ein gigantischer Rettungsfonds für Unternehmen mit einem Volumen von bis zu 600 Mrd. Euro errichtet, um die Folgewirkungen der Coronavirus-Pandemie zumindest einzudämmen.

Die US-Regierung habe ihre anfängliche Zurückhaltung aufgegeben. Ein Rettungspaket für die US-Wirtschaft im Umfang von ca. 1 Billion USD befinde sich kurz vor der Verabschiedung im US-Kongress. Darüber hinaus solle jeder erwachsene US-Bürger "Helikoptergeld" in Höhe von 1.200 USD erhalten.

Weiterhin gelte: Niemand könne seriös die zeitliche Dimension der Krise vorhersagen. Leider müsse man aber wohl konstatieren, dass diese eher länger als kürzer anhalten werde. Zudem stünden wir in den westlichen Industrienationen erst am Anfang der Epidemie-Welle. Die Fallzahlen würden sicherlich noch deutlich steigen, bevor überhaupt ein Abklingen realistisch erscheine. Vor dem Frühsommer erscheine dies jedenfalls nicht realistisch. Von entscheidender Bedeutung werde jedoch sein, inwieweit die Zuwachsraten allmählich zurückgehen würden.

Aktien

Aus Sicht der Analysten der National-Bank AG sei es für einen Ein- bzw. Wiedereinstieg am Aktienmarkt noch zu früh. Die Auswirkungen, die die Coronavirus-Pandemie in der globalen Wirtschaft und speziell bei den Unternehmen haben würden, seien noch nicht absehbar. Daher sei Zurückhaltung bzw. ein weiterer Abbau der Positionen in Erholungsphasen hinein, weiterhin das Gebot der Stunde. (24.03.2020/ac/a/m)