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Fr, 22. Januar 2021, 20:13 Uhr

Finanzmarkt: Weiter steigende Aktienkurse erwartet - US-Präsidentschaftswahlkampf im Fokus


06.10.20 14:11
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - In diesem US-Präsidentschaftswahlkampf scheint es nichts zu geben, was es nicht gibt, so die Analysten der National-Bank AG.

Allein in der letzten Woche hätten sich die beiden Kontrahenten in nie zuvor stattgefundener Art und Weise im Rahmen der ersten Fernsehdebatte beschimpft, ehe zum Ende der Woche die Corona-Erkrankung von US-Präsident Trump publik geworden sei. Interessant werde es sein, wie sich diese Ereignisse auf das Wählerverhalten auswirken würden. Erste Umfragen würden zeigen, dass sie zumindest dem Amtsinhaber nicht geholfen hätten, den Abstand zum demokratischen Herausforderer zu verkürzen. Noch seien es vier Wochen bis zur Wahl, die Herausforderung für Präsident Trump werde jedenfalls nicht kleiner, die Stimmung zu drehen. Eine Hoffnung für ihn bleibe allerdings: Würden die aktuellen Umfragen wirklich die Stimmung im Lande repräsentieren oder verstecke sich die sog. "silent majority"? Es bleibe also spannend, vieles spreche aber für einen Machtwechsel in Washington im Januar 2021.

Wie würde sich ein solcher voraussichtlich auf die Aktienmärkte auswirken? Von zentraler Bedeutung werde sein, wie sich die Machtverhältnisse insgesamt in Washington darstellen würden. Würden die US-Demokraten neben dem Weißen Haus auch den Kongress gewinnen, hätten sie wesentlich mehr Gestaltungsfreiheit, als wenn der Senat in republikanischen Händen bliebe. Aktuelle Umfragen würden zeigen, dass es auch im Senat zu einem Machtwechsel kommen könnte. Ein umfassender demokratischer Sieg würde die Wahrscheinlichkeit eines umfangreichen fiskalpolitischen Hilfspaketes im nächsten Jahr deutlich erhöhen, an den Aktienmärkten würden Unternehmen im Segment der Erneuerbaren Energien oder auch im Infrastruktur-Bereich profitieren. Negativ betroffen wären tendenziell Unternehmen der Öl- und Gasbranche, der Rüstungsindustrie aber auch der Finanzbranche. Positiv würde sicherlich die zu erwartende deutliche Abschwächung der aggressiven Zoll-Rhetorik gerade gegenüber China und der EU wirken, ohne dass im Kern eine deutliche Änderung der China-Politik wahrscheinlich wäre. Im Verhältnis zu Europa wäre eine deutliche Entspannung zu erwarten. Nicht zu vergessen: Die stärksten Kursgewinne seien in der Vergangenheit unter demokratischen Präsidenten erzielt worden.

Aktuell scheinen die Aktienmärkte mit dem Gesundheitszustand von US-Präsident Trump zu korrelieren, dieser Zustand wird jedoch nicht lange anhalten, so die Analysten der National-Bank AG. Mittel- bis langfristig spreche vieles für weiter steigende Aktienkurse. Eine nahezu sichere Fortführung der ultraexpansiven Geldpolitik der Notenbanken und die damit einhergehende Alternativlosigkeit zur Aktienanlage in der Vermögensdisposition, werde die Aktienmärkte trotz signifikant gestiegener Bewertungen weiter antreiben. Die Aktienmarktprognosen der Analysten würden weiterhin diesen Optimismus repräsentieren. (06.10.2020/ac/a/m)