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So, 11. April 2021, 20:39 Uhr

Europa: Konjunktur verliert weiter an Fahrt


16.07.18 15:13
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - In Europa haben die Frühindikatoren in den letzten Wochen und Monaten durchwegs darauf verwiesen, dass die Konjunktur weiter an Fahrt verliert, so die Analysten der National-Bank AG.

Auch in Deutschland habe sich die Dynamik der gesamtwirtschaftlichen Produktion zwischenzeitlich spürbar abgeschwächt. Vor allem die Industrieproduktion sei von sinkenden Exporten und Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen belastet worden. Die Eintrübung der Stimmung dürfte dabei auch auf den Kurswechsel der US-amerikanischen Wirtschaftspolitik zurückgehen, der voraussichtlich zu einer Verlagerung von Produktionsprozessen in die USA führen werde. Dem schwächeren internationalen Umfeld stünden aber weiterhin intakte binnenwirtschaftliche Auftriebskräfte gegenüber, vor allem der private Konsum aber auch die Bauinvestitionen sollten weiterhin stark stützend wirken. Vorbehaltlich einer signifikanten Eskalation des Handelsstreites sollte die deutsche Wirtschaft ihre Schwächephase daher überwinden können. Insofern werde es immer wahrscheinlicher, dass alsbald eine Gegenbewegung der Indikatoren Platz greife.

Die jüngsten Daten zum deutschen Auftragseingang der Industrie könnten den Auftakt zu einer solchen Wende zum Besseren markieren: So hätten diese nach fünf Rückgängen in Folge um 2,6% zulegen können. Dabei seien sowohl die Inlands- als auch die Auslandsorders von einem deutlichen Plus gekennzeichnet gewesen. Auch die Daten der Produktion in der Industrie hätten mit einem Zuwachs von 2,6% wieder starke Zuwächse ausgewiesen. Insgesamt hätten die Daten gezeigt, dass sich die Einschätzung der Analysten der National-Bank AG einer robusten Entwicklung in Deutschland und Europa trotz Handelskrieg bislang bewahrheitet. In Summe dürfte die deutsche Volkswirtschaft mit Zuwächsen von 1,8% in 2018 und 2019 ihren Rekordaufschwung weiter fortsetzen. Mit Wachstumsraten um 2% sollte die konjunkturelle Grunddynamik in der Eurozone bis weit in das kommende Jahr deutlich oberhalb des Potentialpfades verlaufen. (Ausgabe vom 13.07.2018) (16.07.2018/ac/a/m)