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So, 28. Februar 2021, 4:51 Uhr

Erholungsbewegung an Aktienmärkten


19.02.19 16:33
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Aufkommender Optimismus bezüglich der Handelsgespräche zwischen den USA und China verhalf den Aktienmärkten in der Vorwoche zu einer Weiterführung der seit Anfang des Jahres zu beobachtenden Erholungsbewegung, so die Analysten der National-Bank AG.

Die hochrangigen Handels-Gespräche in Peking würden in dieser Woche in Washington ihre Fortsetzung erfahren. Sowohl US-Präsident Trump als auch sein chinesischer Counterpart hätten zuletzt ihre Zufriedenheit hinsichtlich des inhaltlichen Fortschritts geäußert. Dies müsse für ein endgültiges Abkommen noch nichts bedeuten, sei aber als Zwischenstand positiv zu werten, immerhin sei Eile geboten. Ende Februar ende die auf dem G20-Treffen in Buenos Aires vereinbarte 90-Tage-Frist. Die US-Seite habe aber bereits ihreBereitschaft signalisiert, bei belastbaren Fortschritten in den Gesprächen eine 60-tägige Erweiterung dieser Frist zuzugestehen.Während die US- und die chinesische Seite auf einen Kompromiss zusteuern würden, rücke stattdessen die US- vs. europäische Komponente des Handelskonflikts wieder stärker in den Mittelpunkt. Dies könne ohnehin eine für die Europäer negative Konsequenz einer Übereinkunft der USA mit China in Handelsfragen sein.

Da Präsident Trump auch im Hinblick auf seine Wiederwahl im nächsten Jahr auf das Drohpotenzial der Verhängung von Zöllen nicht verzichten möchte, würden zunehmend die Europäer und diesbezüglich insbesondere die Deutschen aufgrund ihrer umfassenden Autoexporte in die USA in den Fokus der Betrachtung rücken. Dies vernachlässige aber den wichtigen Aspekt, dass die deutschen Autohersteller bereits bedeutsame Teile ihrer Produktion in den USA vornehmen. Diese Verkürzung der Realität entspreche der üblichen Herangehensweise von Präsident Trump an komplexe Sachverhalte. Solche würden soweit vereinfacht, dass sichergestellt werde, dass sie bei seiner Wählerschaft auch verfangen würden.

Das US-Handelsministerium habe am Wochenende seine Empfehlungen an Präsident Trump hinsichtlich der Einstufung europäischer Autoimporte als nationales Sicherheitsrisiko übermittelt. Ohne dass das Ergebnis bereits bekannt sei, spreche vieles dafür, dass die europäischen Autoimporte als nationales Sicherheitsrisiko eingestuft würden. Dies hätte erhebliche Konsequenzen für die ohnehin schon stark unter Druck stehende europäische Automobilindustrie. Der Präsident habe nun 90 Tage Zeit, auf die Empfehlung zu reagieren. So lange schwebe dieses Drohpotenzial mindestens über den europäischen Automobilherstellern. (19.02.2019/ac/a/m)