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Mi, 19. Februar 2020, 1:58 Uhr

EU-Kommission überarbeitetet Wirtschaftsprognosen


14.02.20 09:53
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.aktiencheck.de) - Gestern veröffentlichte die EU-Kommission ihre überarbeiteten Wirtschaftsprognosen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Im Jahr 2020 werde in der Eurozone weiterhin ein BIP-Wachstum von 1,2% erwartet, die Inflationsschätzung sei um 0,1 Prozentpunkte auf 1,3% p.a. angehoben worden. Den Analysten der Raiffeisen Bank International AG würden diese Zahlen ein wenig optimistisch bzw. einige Begründungen bereits veraltet erscheinen. Die BIP-Wachstumsschätzung sei für das Gesamtjahr beim unterstellten Quartalsprofil sehr ambitioniert. Zudem dürfte die Ausgangslage für den BIP-Zuwachs ein wenig überschätzt worden sein und den starken Einbruch der Industrieaktivität im Dezember 2019 noch nicht berücksichtigt haben. Die heute anstehenden BIP-Zahlen für Q4 2019 in Deutschland und der Eurozone sollten diesbezüglich neue Informationen bieten.

Weiters sei der, von der EU-Kommission unterstellte, unveränderte Preisauftrieb im Februar und März angesichts des starken Ölpreisrückgangs in den letzten Wochen nicht zu halten. Die neuen Kommissionsschätzungen hätten auch Finanzmarktakteure nicht recht zu überzeugen vermocht, jedenfalls seien zuletzt die Inflationserwartungen zurückgeschraubt worden und der Euro sei im Verbund mit reduzierten Zinserwartungen gegenüber vielen Währungen unter Druck gekommen.

Unter den heutigen US-Daten bestehe beim Konsumentenvertrauen der Uni Michigan Enttäuschungspotenzial. Immerhin falle die Hochphase des (medialen) Interesses am Coronavirus genau in den Befragungszeitraum (29.1. bis 12.2.). Mit Aufmerksamkeit sollten auch die Industrieproduktionsdaten verfolgt werden. Der ISM Index für das Verarbeitende Gewerbe habe für den Monat Januar einen deutlichen Anstieg verzeichnet. Nichtsdestotrotz gehe der Konsens von einem neuerlichen Rückgang des Outputs im Vergleich zum Vormonat aus. (14.02.2020/ac/a/m)