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So, 11. April 2021, 20:33 Uhr

Aktienmarkt: Kein signifikanter Kursrückgang erwartet


18.09.18 14:22
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Trotz des Versuchs des US-Finanzministers den Gesprächsfaden nach China wieder aufzunehmen, bleibt der US-Präsident bei seiner harten Haltung gegenüber China und verhängte neue Zollbarrieren, so die Analysten der National-Bank AG.

So habe das Weiße Haus gestern angekündigt, neue Zölle in Höhe von 10% auf 200 Mrd. USD an Importvolumen aus China ab dem 24.09. zu implementieren. Ab dem 01.01.2019 solle der Zollsatz auf 25% steigen. Dies bedeute eine erneute merkliche Verschärfung im Handelskonflikt. Der zunächst niedrigere Zollsatz werde vom Weißen Haus als Offenhalten des Gesprächsfadens interpretiert. Im Vorfeld der "US-midterm election" Anfang November erhöhe die US-Regierung den Druck auf die chinesische Regierung. Ein nicht ganz ungefährliches Spiel: Innerhalb der US-Geschäftswelt rege sich mittlerweile doch etwas lauterer Widerstand gegen die eigene Regierung, es mit den Handelstarifen nicht zu übertreiben, da ansonsten die heimische Industrie gefährdet werde. Bislang habe es aber den Eindruck, als ob diese Kritik im Weißen Haus ungehört verpuffen würde. Die chinesische Regierung habe prompt reagiert und reziproke Zölle angekündigt.

Wenig Hoffnung auf eine baldige Beilegung des Handelskonflikts würden jedenfalls die Forderungen machen, die die Regierung Trump gegenüber den Chinesen erhebe. Neben einer deutlichen Reduzierung des Handelsdefizits mit den USA, solle die chinesische Führung auch alle Bestrebungen, US-amerikanisches "intellectual property" bzw. US-Technologie zu kaufen, aufgeben sowie die Subventionen für die Zukunftsfelder der Weltwirtschaft, namentlich für künstliche Intelligenz (Digitalisierung) deutlich zurückfahren bzw. beenden. Forderungen, die die chinesische Seite niemals erfüllen werde, um nicht Anspruch auf Weltführerschaft hinsichtlich dieser Themen zu verlieren.

Der Handelsstreit werde die Kapitalmärkte folglich noch lange beschäftigen, was aber nicht heißen müsse, dass er diese auch deutlich negativ beeinflussen werde. Bislang seien die Auswirkungen jedenfalls noch vernachlässigbar, ob dies nach der nächsten Runde von Handelshemmnissen auch noch der Fall sei, bleibe abzuwarten. Es sollte aber nicht in Vergessenheit geraten, dass die europäischen Aktienmärkte - im Gegensatz zu den weniger exportsensitiven US-Märkten - bereits deutlich auf mögliche Auswirkungen aus dem Handelsstreit reagiert hätten.

Gerade in Europa würden aufgrund des weiter vorherrschenden Niedrigzinsumfeldes wenig bis keine Anlagealternativen existieren. Dies sehe in den USA deutlich anders aus (2-jährige US-Bonds: 2,79%). Darüber hinaus zeige sich die EZB-Politik weiter unterstützend, das vorherrschende Null-Zins Bild sollte mindestens bis weit in die 2. Jahreshälfte 2019 weiter gelten. Auch der zunehmende Protektionismus sei bislang noch nicht in den Inflationsdaten angekommen.

Auch wenn es manchmal schwerfällt: Die Analysten der National-Bank AG bleiben bei ihrer zuversichtlichen Haltung hinsichtlich der Aktienmarktperspektiven in den nächsten Monaten. Zu gut seien die Rahmenbedingungen für die Aktienanlage. Die Analysten würden daher nicht erwarten, dass es trotz des schwelenden Handelskonflikts zu einem signifikanten Kursrückgang kommen werde. (18.09.2018/ac/a/m)