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So, 11. April 2021, 21:10 Uhr

Aktienmärkte stehen weiter unter der Kuratel der Handelszwistigkeiten


17.07.18 15:53
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Die Aktienmärkte stehen weiter unter der Kuratel der Handelszwistigkeiten, so die Analysten der National-Bank AG.

Diese würden das Aktiensentiment verdüstern, hätten bislang aber noch zu keinen merklichen realwirtschaftlichen Auswirkungen geführt. Problematisch sei, dass niemand den Fortgang bzw. das Ende des Handelsstreits abschätzen könne, dies führe zu Verunsicherung und Kaufzurückhaltung. Investorenseitig werde zunehmend hinterfragt, ob die Aktienmärkte bislang zu selbstzufrieden auf den Handelskonflikt reagiert hätten. Dies möge für die US-amerikanischen Indices gelten, insbesondere die exportsensitiven europäischen Pendants (DAX (ISIN: DE0008469008, WKN: 846900), Euro Stoxx 50 (ISIN: EU0009658145, WKN: 965814)) hätten bereits mit deutlichen Kursabschlägen auf die Intensivierung der Handelsfriktionen reagiert. Erstaunlicherweise bei steigenden Gewinnerwartungen. Das insgesamt zuversichtliches Bild der Analysten der National-Bank AG für die Aktienanlage bleibe vor allem im mittelfristigen Zeitfenster bestehen.

Auffällig in der letzten Handelswoche sei die enorme Stärke der US-Aktienindices gewesen, insbesondere der Technologiebörse NASDAQ. Letztere habe erneut einen Rekordstand verzeichnen können, während der breit gehaltene S&P 500 Index (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0) das Niveau von Anfang Februar (vor dem Vola-Crash) zurückerobert habe. Den US-Indices komme die sehr positive Erwartungshaltung bezüglich der gerade beginnenden Q2-Berichterstattung zugute. Diesbezüglich sei erneut mit deutlichen Zuwachsraten beim Umsatz und beim Ertrag zu rechnen. Insbesondere die Ertragsseite sollte vor Steuern zweistellig zugelegt haben. Die Grundlage dafür würden die positiven Effekte aus der US-Steuerreform, die anhaltend hohen Ölpreise sowie hervorragende Geschäfte vor allem der großen Technologieunternehmen bilden.

Interessant sei, dass die hervorragende Verfassung der US-Indices in einem Umfeld stattfinde, welches sich durch weiter verschärfende Handelszwistigkeiten auszeichne. Das fundamentale Umfeld werde folglich weiter als gut eingeschätzt. In den USA scheine die Meinung vorzuherrschen, dass es zwar grundsätzlich keine Gewinner aus einem Handelsstreit gebe, manche Akteure aber würden mehr verlieren als andere. Dies gelte vor allem dann, wenn die Weltleitwährung (USD) auf der Seite eines der Hauptakteure sei.

Nach den Simulationen der Analysten der National-Bank AG wären die bislang weltweit ins Auge gefassten handelseinschränkenden Maßnahmen geeignet, das Weltwirtschaftswachstum um bis zu 0,2% zu verringern. Bei erwarteten Wachstumsraten von 4,0% für die globale Wirtschaft in 2018 und 2019 ein dämpfender, aber kein zerstörerischer Effekt.

Hinsichtlich der europäischen Quartalsberichterstattung würden die Analysten der National-Bank AG ebenfalls deutliche Steigerungen erwarten, welche aber in ihrer Gesamtheit deutlich niedriger als die Steigerungen der US-Pendants ausfallen sollten. Insbesondere im europäischen Energiesektor sollte sich der merklich gestiegene Ölpreis positiv bemerkbar machen. Darüber hinaus helfe der merklich gefallene Euro-Wechselkurs. (17.07.2018/ac/a/m)