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Sa, 16. Januar 2021, 0:38 Uhr

Aktienmärkte: Die signifikant gestiegene Bewertung in Corona-Zeiten sticht weiterhin ins Auge


24.11.20 12:55
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Drei Wochen nach der Wahl hat US-Präsident Trump endlich zugestimmt, den offiziellen Überleitungsprozess zu seinem designierten Nachfolger einzuleiten, so Dr. Frank Wohlgemuth, CIIA bei der National-Bank AG.

Zuvor sei eine Vielzahl seiner Klagen gegen den Wahlausgang kläglich in den verschiedenen Bundesstaaten gescheitert. Ohne stichhaltige Beweise sei ein solcher Vorgang auch von vornherein zum Scheitern verurteilt. Trotz des bislang unklaren Überleitungsprozesses habe der gewählte US-Präsident Biden weiterhin seine Vorbereitungen für die Machtübernahme vorangetrieben. Insbesondere in der Besetzung seines Kabinetts sei er schon weit vorangeschritten.

Sehr positiv hätten die Aktienmärkte auf die diskutierte Benennung der ehemaligen Chefin der US-Notenbank - Janet Yellen - zur neuen Finanzministerin reagiert. Diese Besetzung würde nach dem Ermessen der Finanzmärkte die Wahrscheinlichkeit eines zeitnahen und breiten Corona-Hilfspaketes erhöhen, seien doch gerade im Verhältnis der FED zum jetzigen Amtsinhaber im Finanzministerium einige Störfeuer hinsichtlich dieses Themas in jüngster Vergangenheit zu verzeichnen gewesen.

Nicht zu vergessen bleibe jedoch die weiterhin hohe Wahrscheinlichkeit, dass der Senat in republikanischen Händen verbleiben werde und damit allzu ambitionierten Hilfsmaßnahmen sicherlich ein Riegel vorgeschoben werde. Zudem habe der US-Senat bei Kabinettsbesetzungen das letzte Wort. In der Vergangenheit seien oftmals Aspiranten im Anhörungsprozess des Senats noch gescheitert. Bezogen auf Frau Yellen wäre dies jedoch sehr unwahrscheinlich.

Ins Auge steche weiterhin die signifikant gestiegene Bewertung der Aktienmärkte in Corona-Zeiten. Diese sei eine Folge des beharrlich niedrigen globalen Zinsniveaus. In Zeiten eines nahezu zementierten Niedrigzinsniveaus könnten den Aktienmärkten merklich höhere Bewertungen zugestanden werden. Das niedrige Zinsniveau relativiere die Aktienmarktbewertung gerade auch der europäischen Leitindices. Folglich seien die im Vergleich zu Pre-Corona signifikant gestiegenen Bewertungsniveaus Ausdruck der anhaltend mangelnden Anlagealternativen. Umso beharrlicher das niedrige Zinsniveau, desto stärker könne sich die Aktienbewertung ausdehnen. In diesem Prozess befänden sich - unterschiedlich akzentuiert - die wichtigen globalen Aktienmärkte bereits seit einiger Zeit. Die Corona-Pandemie habe diesen Vorgang nur noch weiter verstärkt.

Die Analysten der National-Bank AG seien weiterhin zuversichtlich für die Entwicklung an den Aktienmärkten eingestellt. Eine unverändert akkommodierende globale Geldpolitik, umfassende fiskalpolitische Maßnahmen zur Bekämpfung der Folgen der Pandemie im Zusammenspiel mit Impfstoff-Optimismus sowie einem ruhigeren politischen Fahrwasser seien ein sehr aussichtsreicher Cocktail für weitere Zugewinne an den globalen Aktienmärkten. (24.11.2020/ac/a/m)