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So, 11. April 2021, 21:07 Uhr

Aktienmärkte sehr schwankungsanfällig


21.08.18 14:51
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Die Aktienmärkte zeigten sich in der letzten Woche sehr schwankungsanfällig, so die Analysten der National-Bank AG.

Hätten zunächst noch die negativen Vorzeichen überwogen, habe zu Wochenbeginn eine deutliche Erholungsbewegung eingesetzt. Das Aktienmarktgeschehen habe sich dabei im Spannungsfeld zwischen Sorgen bezüglich einer Ausweitung der "türkischen Krise" auch auf andere Schwellenländermärkte und Hoffnungen auf eine Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China, abgespielt. Letzteres sei durch die Ankündigung des Besuchs einer chinesischen Regierungsdelegation in dieser Woche in Washington neu entfacht worden. Nach den Erfahrungen früherer hochrangiger Treffen zwischen chinesischen Regierungsvertretern und der US-Regierung sollte dem Treffen allerdings nicht zu viel Optimismus entgegengebracht werden. Es sei aber auf jeden Fall positiv, dass miteinander geredet werde. Es sei zu erwarten, dass die Unsicherheit am Aktienmarkt noch eine Weile anhalten werde, zu stark verdüstere momentan das politische Umfeld die positiven Fundamentaldaten. Trotzdem: Handelskonflikte in einem so globalisierten Umfeld hätten aufgrund der sehr eng verflochtenen internationalen Lieferketten natürliche Grenzen. Würden diese verletzt, komme es zu deutlichen Auswirkungen auch auf die heimische Wirtschaft. Diesen Gesetzmäßigkeiten könne sich auch ein sturer US-Präsident nur schwer widersetzen.

Aktualitäten

- Der Handelskonflikt schwele weiter, bemerkenswert sei jedoch, dass große US-Unternehmen zuversichtlich seien zollinduzierte Preiserhöhungen an ihre Kunden weitergeben zu können. Der Grund dafür liege in der sehr starken US-Wirtschaft begründet, so dass Preiserhöhungen auf relativ wenig Gegenwind stoßen sollten. Eine solche Vorgehensweise führe dazu, dass die großen US-Unternehmen in der Lage sein sollten, ihre Gewinnmargen zu halten. Diese würden sich auf einem Rekordniveau befinden, nachdem die jetzige Quartalsberichterstattung die beste seit 2010 sei. Zukünftig sollte ein solches Vorgehen jedoch negative Auswirkungen auf Kundenseite haben.

- Im S&P 500 (ISIN: US78378X1072, WKN: A0AET0) hätten ca. 94% der Unternehmen ihre Q2-Zahlen berichtet. Bei einem Umsatzstieg von 10% hätten die Gewinne sogar 25% zulegen können. In Europa zeige sich ein moderateres Bild. Im DAX (ISIN: DE0008469008, WKN: 846900) hätten 28 von 30 Unternehmen berichtet, leichten Umsatzeinbußen stehe eine Ausweitung der Gewinne um ca. 8,5% entgegen. Im Euro Stoxx 50 (ISIN: EU0009658145, WKN: 965814) sei eine Umsatzausweitung um 2,0% und eine Erhöhung der Gewinne um 7,8% jeweils im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal zu verzeichnen.

- Nachdem viele europäische Unternehmen im ersten Halbjahr unter der Eurostärke gelitten hätten, was sich auch in Umsatz- und Gewinnbelastungen gezeigt habe, dürfte die deutliche
Euroabschwächung im weiteren Jahresverlauf unterstützend wirken. Auch die gegenläufigen Zinstrends würden für eine weitere Stärkung des US-Dollar sprechen. Von der fundamentalen Seite spreche daher nichts gegen steigende Aktienkurse. Politisch sehe es leider etwas weniger rosig aus. (21.08.2018/ac/a/m)