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So, 11. April 2021, 19:58 Uhr

Aktienmärkte: Handelskonflikt ist weiter in aller Munde


03.07.18 13:17
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Der Handelskonflikt ist weiter in aller Munde, so die Analysten der National-Bank AG.

Zu beachten sei: Die Abhängigkeit der USA vom Export falle mit ca. 13% vom BIP deutlich niedriger aus als die Export- Abhängigkeit einzelner EU-Länder (DE ca. 45%, UK, Italien, Spanien und Frankreich ca. 25 bis 35%). Dies erkläre die Nervosität, die mittlerweile in der EU-Wirtschaft herrsche. Trotzdem: Das Murren auch in den USA (Harley-Davidson (ISIN: US4128221086, WKN: 871394, Ticker-Symbol: HAR, NYSE Euronext-Symbol: HOG), General Motors (ISIN: US37045V1008, WKN: A1C9CM, Ticker-Symbol: 8GM, NYSE-Symbol: GM)) werde größer. Trotz dieses belastenden Szenarios seien die Aussichten für die Aktienmärkte anhaltend positiv einzuschätzen. Zu stark seien die grundlegenden Treiber des Aufschwungs. Dieser basiere insbesondere auf der hervorragenden Konjunkturentwicklung in den USA und in Asien, einer unterstützenden Notenbankpolitik, guten Quartalsrgebnissen und einer moderaten Bewertung.

Die Sorgen vor einem sich zuspitzenden Handelskonflikt sowie der veritablen Regierungskrise in Deutschland hätten weiterhin auf den Aktienmärkten gelastet. Gerade bezüglich des Handelsstreits sei kein Ende in Sicht. Mittlerweile sei die EU unverhohlen in den Drohrhythmus übergegangen: Falls der amerikanische Präsident Einfuhrzölle auf EU-Autos auferlegen sollte, dann würden US-Einfuhrprodukte in Höhe von ca. 300 Mrd. USD mit Einfuhrzöllen belegt. Dieses Importvolumen würde ca. 19% der gesamten importierten US-Güter in die EU im Jahre 2017 umfassen und verdeutliche die Ernsthaftigkeit der beabsichtigten EU-Schritte. Zwar erscheine der Gegendruck der EU angemessen, er ändere aber nichts daran, dass ein von US-amerikanischer Seite induzierter Handelskrieg seine (mögliche) Fortsetzung finde und mittlerweile das Handelssentiment belaste. Die Auswirkungen auf die globale Wirtschaft seien bislang marginal und dürften auch bei einer weiteren Zuspitzung nur eine geringfügige Wachstumsverlangsamung hervorrufen, nichtsdestotrotz sollten die Auswirkungen gerade auf exportsensitive Aktienindices nicht unterschätzt werden. Investoren würden Unsicherheit und Dauer bzw. Umfang dieses Handelskonflikts seien nicht abschätzbar scheuen. Dies führe zu deutlich höheren negativen Implikationen für die Aktienmärkte als durch die reinen Handelsbelastungen zu rechtfertigen wäre.

Aufgrund der dargelegten Gründe würden die Analysten der National-Bank AG ihre Prognosen für den DAX (ISIN: DE0008469008, WKN: 846900) und den Euro Stoxx 50 (ISIN: EU0009658145, WKN: 965814) über alle Prognosezeitpunkte hinweg reduzieren. Nichtsdestotrotz seien sie für die Aktienmärkte weiterhin zuversichtlich gestimmt. Zu stark würden sie die grundlegenden Treiber einschätzen. Zu beachten sei aber, dass über die tendenziell umsatzschwächeren Sommermonate eine merkliche Zunahme der Nervosität und damit einhergehend der Schwankungsfreudigkeit des Aktienmarktes einkalkuliert werden sollte. Dies gelte im Besonderen vor dem Hintergrund der Handelsproblematik. Investoren sollten daher auch eine gehörige Menge an Nerven und Geduld hinsichtlich ihrer Aktieninvestments mitbringen. Es sollte nicht in Vergessenheit geraten: Nur wer bereit sei, Risiken einzugehen, könne auch Rendite erzielen. Dafür sei halt oftmals auch Geduld gefragt. (03.07.2018/ac/a/m)