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DAX

WKN: 846900 / ISIN: DE0008469008

Aktienmärkte im Bann der Politik, Deutsche Bank erneut unter Druck


28.05.18 10:55
aktiencheck.de


Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Der Beginn der Woche an den Aktienmärkten gestaltete sich noch freundlich, am Montag verzeichneten die US-Börsen Kursgewinne, nachdem es zu einer Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China kam, so die Experten von Union Investment.

Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt hätten sich vorerst auf den gegenseitigen Verzicht von Strafzöllen verständigt und würden diesbezüglich ein Rahmenabkommen aushandeln wollen. Am Dienstag hätten die europäischen Börsen von der Ankündigung Chinas profitiert, die Zölle für importierte Autos ab dem 1. Juli von 25 auf 15 Prozent zu senken. Ab Wochenmitte hätten die Aktienmärkte jedoch den Rückwärtsgang eingelegt. Negative Nachrichten seien unter anderem von der Konjunkturseite gekommen, die Eurozone-Einkaufsmanagerindices hätten die Erwartungen verfehlt. Unsicherheit bestehe außerdem hinsichtlich der weiteren politischen Entwicklung in Italien, obwohl inzwischen Guiseppe Conte durch Präsident Mattarella zum Premierminister ernannt worden sei und den Auftrag zur Regierungsbildung erhalten habe.

Im Wochenverlauf habe erneut die Handelspolitik belastet: US-Präsident Donald Trump habe sich trotz der Fortschritte zu Wochenbeginn nicht zufrieden bei den Handelsgesprächen mit China gezeigt, zudem hätten die USA offen mit einer Erhebung von Importzöllen in Höhe von 25 Prozent auf Autos und Autoteile gedroht. Größter Belastungsfaktor für die Märkte sei allerdings die Geopolitik mit der Absage des für Juni in Singapur geplanten Treffens mit Nordkoreas Diktator Kim Jong Un durch Trump gewesen. Zuletzt sei es wieder zu schärferen Tönen zwischen beiden Ländern gekommen. Unter anderem habe Südkoreas Präsident entsetzt auf die erneute Eskalation reagiert und Sorgen über die weitere Entwicklung geäußert. Die Absage erhöhe das geopolitische Risiko und führe zu Verkäufen an den Märkten.

Zumindest für eine leichte Unterstützung für exportorientierte europäische Aktientitel habe die Währungsseite gesorgt, der Euro habe sich erneut schwach entwickelt. Am Freitag hätten sich die Börsen in Europa etwas erholt gezeigt, nachdem Nordkorea erklärt habe, dass sie trotz der Absage des Treffens unverändert zu Gesprächen mit den USA bereit seien.

Insgesamt hätten sich die Aktienmärkte in den vergangenen Handelstagen uneinheitlich entwickelt. Der MSCI World habe leicht um 0,1 Prozent nachgegeben, die Schwellenländer hätten ebenfalls leicht an Wert (-0,2 Prozent) verloren. Gefragt gewesen seien in dieser Woche die US-Börsen, der S&P 500-Index (ISIN US78378X1072/ WKN A0AET0) habe 0,3 Prozent hinzugewonnen, der Technologieindex NASDAQ (ISIN XC0009694271/ WKN 969427) 0,7 Prozent. Der DAX (ISIN DE0008469008/ WKN 846900) habe 0,7 Prozent an Wert eingebüßt, der italienische MIB-Index (ISIN IT0003465736/ WKN 145814) als Wochenverlierer fast 3 Prozent. Unter den Sektoren auf Basis des STOXX 600 hätten insbesondere Aktien aus dem Öl- und Gassektor Kursrückgänge verzeichnet, aber auch Automobilwerte seien wegen der geplanten US-Zölle unter Druck geraten.

Am Donnerstag habe die Deutsche Bank (ISIN DE0005140008/ WKN 514000) in der Frankfurter Festhalle ihre Hauptversammlung abgehalten. Bereits zuvor sei die Nachricht durchgesickert, dass mindestens 7.000 Arbeitsplätze abgebaut werden sollten. Dabei solle vor allem im Bereich des Investmentbankings der Rotstift angesetzt werden. Diese Maßnahme werde im Rahmen eines Sparkurses ergriffen, der in Zukunft, bedingt durch Umstrukturierungsmaßnahmen des Hauses, verschärft werden solle. Die zunächst positive Reaktion des Marktes auf diese Nachricht habe nicht lange angehalten. Im Laufe der Hauptversammlung habe das Papier einen drastischen Kursrutsch verzeichnet und sei schließlich mit einem Minus von fast fünf Prozent als größter Verlierer des DAX aus dem Handel gegangen.

Ein reiner Sparkurs sei den Aktionären zu wenig. Zudem habe der neue Vorstandsvorsitzende, Christian Sewing, erwähnt, dass das Institut auch im zweiten Quartal vor einer herausfordernden Ertragslage stünde, insbesondere im Bereich des Investmentbankings. Außerdem müssten sich die Aktionäre wiederholt mit einer überschaubaren Dividende von 0,11 Euro je Aktie zufrieden geben. Argumente, die die Aktionäre veranlasst hätten, die Aktie auf Talfahrt zu schicken. (Ausgabe vom 25.05.2018) (28.05.2018/ac/a/m)






 
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