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Do, 22. April 2021, 0:43 Uhr

Aktien: Zurückhaltung und weiterer Abbau der Positionen in Erholungsphasen ist das Gebot der Stunde


31.03.20 14:20
National-Bank AG

Essen (www.aktiencheck.de) - Nach den historischen und beispiellosen Unterstützungsmaßnahmen der Regierungen und Notenbanken in den letzten zwei Wochen haben sich die Aktienmärkte - wenigstens kurzfristig - beruhigt, so die Analysten der National-Bank AG.

Wie dringend diese Unterstützungsmaßnahmen notwendig seien, würden die ersten "harten" volkswirtschaftlichen Daten aus den USA seit Ausbruchder Corona-Krise zeigen. Die dortigen Anträge auf Arbeitslosenhilfe seien in der letzten Woche auf 3,3 Millionen angestiegen, erwartet gewesen seien 1,7 Millionen Anträge (zum Vergleich: Vorwoche 282.000!!!). Besonders betroffen sei die Hotelbranche, das Restaurantgewerbe, die Unterhaltungsbranche sowie das Verkehrswesen und das Handwerk. Der bisherige Höhepunkt in dieser Statistik datiere vom März 2009 in der Finanzkrise mit 665.000 wöchentlichen Anträgen. Die neuesten Zahlen würden gleichzeitig auch eine Ausradierung des Arbeitsplatzwachstums der letzten 18 Monate bedeuten. Es dürfe auch nicht negiert werden: Die Veröffentlichungenthält nur die offiziellen Zahlen, viele würden sich gar nicht für diese staatliche Hilfe qualifizieren und würden folglich in der Statistik gar nicht auftauchen. Diese Daten würden daher den innerhalb kürzester Zeit eingetretenen dramatischen Zustand der US-Wirtschaft zeigen. In vielen anderen Ländern würden die entsprechenden Zahlen analog bedrohlich ausfallen.

Von zentraler Bedeutung werde sein, dass die beschlossenen Hilfsmaßnahmen schnell und unbürokratisch bei den Unternehmen bzw. den Privatpersonen ankämen. Dieses Unterfangen habe auch eine nicht unwesentliche psychologische Komponente, verkörpere es doch das Gefühl und die Gewissheit, in der Krise nicht alleine gelassen zu werden. Verzögerungen könnten folglich in signifikanter Weise kontraproduktiv wirken. Die diesbezügliche organisatorische Mammutaufgabe sollte jedoch keinesfalls unterschätzt werden.

In den nächsten Wochen würden eine Fülle von Prognoseänderungen und reduzierten Erwartungen sowohl auf volkswirtschaftlicher Ebene, als auch bei den Unternehmensergebnissen sicherlich zur weiteren Verunsicherung der Marktteilnehmer beitragen. Seriös könne zum jetzigen Zeitpunkt niemand die Folgen der Pandemie exakt berechnen, alles werde davon abhängen, wann die westlichen Industrienationen aufgrund des hoffentlich eintretenden Abklingens der Pandemie wieder in der Lage sein würden, ihre restriktiven Eindämmungsmaßnahmen sukzessive zu lockern. Die Diskussion jedoch, wie lange sich die westlichen Industrienationen ein solches Szenario wie momentan leisten könnten, werde sicherlich an Schärfe in den nächsten Wochen gewinnen, ein Aufheben der Restriktionen erscheine jedenfalls zum heutigen Zeitpunkt viel zu früh.

Aktien

Aus Sicht der Analysten der National-Bank AG sei für einen Ein- bzw. Wiedereinstieg am Aktienmarkt noch nicht der richtige Zeitpunkt. Daher sei Zurückhaltung bzw. ein weiterer Abbau der Positionen in Erholungsphasen hinein, weiterhin das Gebot der Stunde. (31.03.2020/ac/a/m)