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Do, 25. Februar 2021, 9:08 Uhr

S&P 500 Umstellung konkretisiert sich


30.09.04 12:31
National-Bank AG

Der US-amerikanische Indexanbieter Standard & Poor's gab kürzlich bekannt, dass die Berechnungsmethodik für mehrere Aktienindices umgestellt wird, berichten die Analysten der National-Bank AG.

Jetzt habe das Unternehmen konkrete Regeln für die Gewichtung von Aktien in diesen Indices veröffentlicht. Die bedeutsamste Veränderung bestehe bzgl. der Aktiengewichtung in der Umstellung von Kapitalisierung auf den Anteil der frei handelbaren Aktien (Freefloat) am Aktienkapital einer Gesellschaft. Der Grund für diese Umstellung liege im Bemühen von Standard & Poor's, eine für die Anleger relevante Gewichtung der in den Indices vertretenen Unternehmen zu schaffen. Zum heutigen Zeitpunkt würden nicht handelbare Aktien (z.B. Festbesitz, Blöcke) einer Gesellschaft deren Gewicht in den Indices erhöhen, da sie die Kapitalisierung eines Unternehmens erhöhen würden.

An der Indexentwicklung orientierte Anleger (z.B. Indexfonds) seien somit gezwungen, einer solchen Aktie ein entsprechend hohes Gewicht in ihrem Indexportfolio einzuräumen. Sie müssten große Stückzahlen dieser Werte kaufen und verkaufen, obwohl diese Aktionen die Preisentwicklung dieser Titel (auf Grund der um den Festbesitz reduzierten Liquidität dieser Aktie) stören würde. Damit steige für solche Anlegergruppen das Risiko, dass die Wertentwicklung ihrer Indexportfolios hinter jene der Indices zurückfalle. Dieses Risiko wiederum wirke sich hemmend auf die Akzeptanz der Indices am Markt aus.

Die neue, schrittweise einzuführende und ab September 2005 gültige Freefloat-Gewichtung korrigiere das Kapitalisierungsgewicht einer Aktie im jeweiligen Index um einen Freefloat-Gewichtungsfaktor im Intervall (0,1). Aktien ohne Freefloat (ausschließlich Festbesitz bzw. Paketbildung) würden künftig einen Gewichtungsfaktor von 0 erhalten. Die Aktien von Gesellschaften, deren Aktienkapital zu 100% im Streubesitz liege, würden künftig einen Gewichtungsfaktor von 1 erhalten. Aktien eines Unternehmens, dessen Kapital zu 20% im Festbesitz liege, würden eine Korrektur ihres Kapitalisierungsgewichts um den Faktor 0,8 usw. erfahren.

Die Umstellung dieses Gewichtungsverfahrens werde absichtlich schrittweise vorgenommen, um die Kursauswirkungen auf die Aktien von Gesellschaften, deren Indexgewichtungen sich stark verändere (Anpassungstransaktionen der Indexfonds), in Grenzen zu halten. Dennoch sei eine gewisse Kursbelastung für solche Werte zu erwarten, deren Indexgewichtung auf Freefloat-Basis nennenswert zurückgehe.

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.